Primärnest
Die Königin baut allein ein kleines Nest, meist an geschützter Stelle häufig an oder in Gebäuden [5].
Wissen · Biologie
Ein Volk lebt nur ein Jahr. Es beginnt mit einer einzelnen Königin und endet im Herbst mit über hundert neuen Königinnen.
Der Zyklus ist einjährig. Eine begattete Jungkönigin überwintert in Kältestarre und gründet im Frühjahr allein ein Nest [4][5]. Alle anderen Tiere des Vorjahres sterben.
Die Königin baut allein ein kleines Nest, meist an geschützter Stelle häufig an oder in Gebäuden [5].
Das Volk zieht in ein größeres, freistehendes Nest um, meist hoch in Baumkronen [5][7].
Das Nest erreicht seine größte Ausdehnung: bis 45 cm Durchmesser und 65 cm Länge [6]. Der Jagddruck auf Bienenstände ist jetzt am stärksten.
Das Volk zieht über hundert Jungköniginnen und ebenso viele Männchen auf [4]. Erkennbar an zwei Eiern je Zelle [5]. Danach stirbt das Volk ab.
| Sekundärnest, Durchmesser | 18,7 bis 45,0 cm |
|---|---|
| Sekundärnest, Länge | 19,2 bis 65,0 cm |
| Tiere je Volk und Saison | Größenordnung 13.000 |
| Jungköniginnen im Herbst | über 100 |
| Nester je Quadratkilometer | über 10 in Siedlungen (Frankreich) |
Die europäische Population geht auf sehr wenige eingeschleppte Tiere zurück. Die geringe genetische Vielfalt führt dazu, dass Völker oft früh sterile Männchen hervorbringen: Das bremst ihr Wachstum [14].
Eine koreanische Arbeitsgruppe hat vier Jahre lang landesweit gefangen, an 304 Standorten insgesamt 32.964 Faltenwespen, und die Ergebnisse mit einem Modell der Energiebilanz eines Volkes verknüpft [20]. Der Befund: Erst ab einer bestimmten Volksgröße bringt eine Kolonie überhaupt Jungköniginnen hervor. Unterhalb dieser Schwelle verbraucht sie alles, was sie eintragen kann, für sich selbst.
Praktisch heißt das: Nicht jedes Nest, das im Sommer steht, trägt zur Ausbreitung bei. Wer eine Fangbilanz von einigen hundert Königinnen liest, sollte daraus weder auf einen entsprechenden Rückgang noch auf einen entsprechenden Bestand schließen. Die Zahl beschreibt, was gefangen wurde, mehr nicht.
| Februar bis April | Gründerinnen fliegen bei mehreren Tagen über zehn Grad. Wer fangen will, muss die Falle vorher aufgehängt haben. Schuppen, Carports, Nistkästen und Hecken auf faustgroße Primärnester absuchen. |
|---|---|
| Mai bis Juni | Erste Arbeiterinnen, kleiner als die Gründerinnen. Am Bienenstand beobachten und die Flugrichtung notieren. Fluglochverengung anbringen. |
| Juli bis September | Höchster Jagddruck. Zählen, wie viele Tiere gleichzeitig vor dem Flugloch stehen. Bei anhaltendem Druck zufüttern, weil der Sammelflug blockiert wird [10]. |
| Oktober | Der Prädationsdruck erreicht sein Maximum [8]. Die Völker gehen in die Winterruhe, schwache Völker vereinigen. |
| November bis Januar | Laubfall macht die Sekundärnester sichtbar. Sie sind leer, die Meldung lohnt trotzdem: Sie zeigt, wo im Folgejahr zu suchen ist. |
Die Nummern gelten auf allen Wissensseiten gleich. Wo eine Aussage keinen Beleg trägt, steht das ausdrücklich dabei.