Warum sie erst jetzt auffallen
Das Sekundärnest ist das Hauptnest des reifen Volkes. Es hängt meist frei und hoch in Baumkronen [5]und ist von Blättern verdeckt, solange das Laub hängt. Zwei Dinge treffen im Herbst zusammen: Das Nest erreicht seine größte Ausdehnung [6], und die Bäume werden kahl.
| Durchmesser | 18,7 bis 45,0 cm |
|---|---|
| Länge | 19,2 bis 65,0 cm |
| Höhe über dem Boden | oft 15 m und mehr, dokumentiert bis 30 m |
| Form eiförmig, Außenhülle beige-braun gestreift | |
Was im Nest gerade passiert
Im Herbst zieht das Volk Jungköniginnen und Männchen auf [5]. Die Phase ist an zwei Merkmalen erkennbar: zwei Eiern je Zelle und einem unregelmäßigen Brutbild [5]. Danach löst sich die Kolonie auf, die Arbeiterinnen sterben, und allein die begatteten Jungköniginnen überwintern einzeln und versteckt.
Wie das Nest gebaut ist
Das Sekundärnest ist eiförmig und rundum geschlossen, mit einem seitlichen Eingang, und misst 18,7 bis 45,0 Zentimeter im Durchmesser bei 19,2 bis 65,0 Zentimetern Länge [6]. Die Außenhülle ist beige-braun gestreift; das Muster entsteht aus Holzfasern verschiedener Herkunft, die die Tiere zu Papier verarbeiten.
Es sitzt typischerweise hoch: Bei 15 Nestern in Deutschland lag die Arbeitshöhe im Mittel bei 9 Metern, bei 25 Nestern in der Schweiz bei 18 Metern; behandelt wurde bis in 20 bis 30 Meter Höhe [15]. Genau diese Höhe macht die Beseitigung aufwendig: Sie verlangt in der Regel eine Hubarbeitsbühne oder eine Teleskoplanze, und im Erstbefallsgebiet steht beides selten bereit.
Die Nestdichte kann hoch werden: In den Siedlungsflächen von Andernos-les-Bains (Frankreich) wurden über zehn Nester je Quadratkilometer gezählt [7].
Warum ein Nestfund im Herbst trotzdem zählt
Der häufigste Einwand lautet, ein Herbstnest lohne die Mühe nicht, weil das Volk ohnehin absterbe. Das trifft für das Volk zu, nicht für das, was es hinterlässt: Eine Kolonie bringt im Herbst über hundert Jungköniginnen hervor [4]. Jede davon, die überwintert, kann im Frühjahr ein eigenes Volk gründen.
Wird das Nest beseitigt, bevor die Jungköniginnen ausgeflogen sind, entfällt dieser Nachwuchs. Danach ist der Zeitpunkt verpasst; die Meldung bleibt aber nützlich, weil sie zeigt, wo im Folgejahr genauer zu suchen ist.
Was zu tun ist
- Abstand halten. Auch ein spätes Nest wird verteidigt.
- Fotografieren, aus sicherer Entfernung, mit Zoom.
- Melden bei der Unteren Naturschutzbehörde und hier auf der Karte.
- Entfernung nur durch Fachleute mit Schutzausrüstung [1].
Was sich nicht belegen ließ
- Ob verlassene Nester im Folgejahr wieder bezogen werden, ließ sich für diese Art nicht mit einer Quelle belegen. Nach allgemeiner Biologie der Faltenwespen stirbt das Volk im Winter und das Nest bleibt leer, für Vespa velutina fand sich dazu jedoch kein eigener Nachweis.
- Eine belastbare Verteilung typischer Nesthöhen für Deutschland liegt nicht vor; die 30 Meter sind ein dokumentierter Höchstwert, kein Regelfall.
Quellen
- [1] Umweltbundesamt: Asiatische Hornisse
- [4] Monceau et al. 2013, Journal of Pest Science
- [5] Diéguez-Antón et al. 2022, Animals
- [6] Crespo et al. 2022, Insects
- [7] Franklin et al. 2017, Applied Entomology and Zoology
- [15] Presuhn und Ernst 2026, Insects
Die Nummern gelten auf allen Wissensseiten gleich. Wo eine Aussage keinen Beleg trägt, steht das ausdrücklich dabei.