Ende Oktober zeigen sich die Nester der Asiatischen Hornisse in den kahlen Baumkronen. Entsprechend handeln viele Berichte dieser Woche von Einsätzen in großer Höhe und von der Frage, wer diese Arbeit bezahlt. Gleichzeitig gehen die Meldungen zurück: In unserer Datenbank um 8 Prozent gegenüber der Vorwoche, in Flandern nach einem Bericht um 10.000. Aus Polen kommt die Nachricht von einem ersten entdeckten und zerstörten Nest. Aus der Forschung liegt eine Arbeit zu einer verwandten Art vor.
Die Woche
Einsätze in 22 und 28 Metern Höhe
Mit dem Laubfall werden die Nester sichtbar, die den Sommer über verborgen geblieben sind. Wie schwierig deren Entfernung sein kann, zeigen zwei Berichte aus dieser Woche. Laut swp.de waren Imker in Eningen an einem „Riesennest“ in 28 Metern Höhe im Einsatz. Come-on meldet ein Nest in 22 Metern Höhe, bei dem der Wind die Bekämpfung stoppte. Die WAZ zitiert die Einschätzung, die Nester könnten „durchaus so groß werden wie ein Kleinkind“.
Mehrere Berichte befassen sich mit der Bekämpfung und ihrer Finanzierung. Auch im Kreis Bad Kreuznach ist die Bekämpfung nach einem Bericht von Antenne Bad Kreuznach ein Thema. PZ-news.de berichtet, dass Imker sich mehr Hilfe und Förderung wünschen. Auch in den Niederlanden geht es ums Geld, wie ein Bericht von RTV Connect über einen Imker zeigt. In Vorarlberg wurden laut VOL.AT zwei große Nester in Dornbirn entfernt.
Für Privatleute ist die Botschaft der Berichte eindeutig. ka-news erklärt, warum man Nester „niemals selbst entfernen“ sollte. Watson.de und die Allgäuer Zeitung beschreiben, wie man bei einem Nest im Garten reagieren sollte.
Ausbreitung in Deutschland: vom Münsterland bis in die Oberpfalz
Die deutschen Regionalmeldungen dieser Woche reichen vom Münsterland bis in den Süden des Landes. Die Ruhr Nachrichten berichten von einer Ausbreitung in Selm, Radio Kiepenkerl befasst sich mit der Lage im Kreis. Laut Münsterland Zeitung rechnet ein Imkerteam dort mit doppelt so vielen Nestern. Im Süden meldet die Allgäuer Zeitung eine Ausbreitung im Allgäu. Das Oberpfalzecho berichtet, dass die Art in Floß „in den Fokus“ rückt. Der Schwarzwälder Bote spricht von einer „massiven“ Ausbreitung und hält die Nesterentfernung jetzt für wichtig.
In Viernheim setzen die Behörden auf die Mithilfe der Bevölkerung. Der Mannheimer Morgen erklärt, wie man die Nester erkennt. Der Rhein Main Verlag berichtet, dass die Bürger zur Meldung aufgerufen werden.
Auf ungewöhnliche Weise wird nach Nestern gesucht: Come-on berichtet von einem Belgischen Schäferhund, der Asiatische Hornissen aufspürt, „sogar im Urlaub“.
Flandern: Das Wetter bremst
Die bemerkenswerteste Zahl der Woche kommt aus Belgien. Laut VRT gab es in Flandern nach einem nassen Frühjahr und einem trockenen Sommer 10.000 Meldungen weniger. Die GVA titelt, das Wetter sei „unser größter Verbündeter“, der Vormarsch sei zum Stillstand gekommen. Der Rückgang von 8 Prozent in unserer eigenen Datenbank lässt sich nicht direkt damit vergleichen. Er passt aber zum Bild einer Saison, die sich dem Ende zuneigt.
Mehrere Medien greifen ein Naturereignis auf. Nach Berichten von Brabants Dagblad und Hageland Actueel ist der seltene Sibirische Tannenhäher in großer Zahl in Flandern eingeflogen, unter anderem in Heverlee und Landen. Actueel365 meldet, ein solcher Vogel habe ein Hornissennest geplündert. Die Überschriften sprechen vorsichtig von „möglicher“ und „unerwarteter Hilfe“. Ob daraus mehr als eine Momentaufnahme wird, lässt sich aus den Meldungen nicht ablesen.
In den Niederlanden geht es vor allem um die Haltung der Kommunen. Rijswijk will laut Feel Good Nieuws und InRijswijk künftig aktiv bekämpfen und arbeitet an neuen Regeln. Die Gemeinde Almere dagegen wird die Auswirkungen auf die Natur nach einem Bericht von 1Almere nicht beobachten. Aus Landsmeer berichten AD.nl und Groot-Waterland, dass die Hornisse dort einen Winterplatz sucht und weiter vorrückt.
Zahlen aus dem Südwesten Europas
Aus den länger betroffenen Regionen kommen nüchterne Bilanzen. Im Département Manche wurden laut lamanchelibre.fr 3.279 Nester erfasst. In Montemor-o-Velho in Portugal stieg die Zahl der Einsätze nach einem Bericht von SAPO von 92 im Mai auf 470. Die Zahl von 470 Nestern bestätigen der Diário de Coimbra und der Diário As Beiras.
Mehrere Berichte schildern die Folgen für die Imkerei. ici.fr meldet aus dem Vallespir bis zu halb so viel Honig. Le Chasseur Français berichtet von massiven Angriffen auf Bienen in der Provence. Aus der Creuse zitiert ici.fr die Warnung, wenn nichts geschehe, würden „20 Nester entstehen“. In Oloron und im Haut-Béarn trägt die Bekämpfung laut La République des Pyrénées Früchte, müsse aber weitergehen. Ein Satz aus dem Dauphiné Libéré fasst die Haltung vieler Akteure zusammen: „Es ist ein Kampf über das ganze Jahr.“
Spanien zeigt ein gemischtes Bild. In Zamora häufen sich laut La Opinión de Zamora die Hinweise, bestätigt werden aber nur wenige. Aus Aller meldet La Nueva España eine hervorragende Honigernte bei gleichzeitig wachsender Sorge.
Was am Bienenstand zu beachten ist
Neue Ränder: Polen, Genua, Genf
Die wichtigste neue Nachricht steht unscheinbar am Ende der Liste. Laut UA.NEWS, das sich auf den polnischen Sender RMF24 beruft, hat Polen das erste dort entdeckte Nest der Asiatischen Hornisse vernichtet. In Italien meldet Liguria Oggi aus Genua gleich zwei Funde: ein großes Nest nahe dem Friedhof von San Siro und eines im Rollladenkasten. Aus Genf berichtet Radio Lac über Freiwillige, die dort Nester aufspüren.
Aus der Forschung
Ausgewachsene Larven der Riesenhornisse rufen auch nachts
Fujioka, Saga · Behavioural Processes · DOI 10.1016/j.beproc.2026.105427
Die Arbeit befasst sich nicht mit der Asiatischen Hornisse, sondern mit der verwandten Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia). Der Titel lautet übersetzt: „Ausgewachsene Larven von Vespa mandarinia rufen auch nachts weiter.“ Er beschreibt damit eine Beobachtung zum Rufverhalten älterer Larven bei Nacht. Eine Zusammenfassung lag uns nicht vor. Konkrete Messwerte, Methoden und Ergebnisse können wir deshalb nicht wiedergeben.
Was das für uns heißt: Für die Praxis am Bienenstand ergibt sich aus dieser Arbeit vorerst nichts Unmittelbares. Sie betrifft eine andere Art und liegt uns nur als Titel vor. Interessant ist sie als Grundlagenforschung zur Kommunikation im Hornissennest. Ob sich ähnliche Befunde auf Vespa velutina übertragen lassen und ob sie einmal für die Nestortung nützlich werden, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Sichtungen europaweit | 3.634 |
| davon in Deutschland | 637 |
| eigene Nutzermeldungen | 12 |
| Presseberichte ausgewertet | 54 |
| Fachveröffentlichungen | 1 |
Quellen: Sichtungsdatenbank von velutinafinder.de, 54 Presseberichte aus sieben Ländern vom 26. Oktober bis 01. November 2026 (ausgewertet wurden nur die Überschriften), Fachveröffentlichung in Behavioural Processes (nur Titel und bibliografische Angaben).