Die Zahl der Sichtungen geht leicht zurück, die Geschichten der Woche handeln trotzdem von Ausbreitung. In Oberbayern meldet die Lokalpresse das erste Nest, im Allgäu und im Südschwarzwald ist die Asiatische Hornisse Thema in den Lokalredaktionen. In den Niederlanden und in Spanien zeigt sich, dass Behörden an Grenzen stoßen, teils sprechen sie das offen aus. Dazu kommt aus Spanien eine medizinische Klarstellung von Allergologen, die über die Imkerschaft hinaus Beachtung findet.
Teil 1: Die Woche
Neue Fundorte im Süden Deutschlands
Die deutlichste Nachricht der Woche kommt aus Bayern. Laut Kreisbote ist das erste Nest in Oberbayern entdeckt worden. Die Allgäuer Zeitung berichtet zugleich, die Art breite sich im Allgäu aus, und erklärt, wie man bei einem Nest im Garten vorgeht. Auch am Hochrhein ist die Hornisse angekommen: Der Südkurier meldet sie „auf dem Vormarsch“ im Hotzenwald, und der Schwarzwälder Bote nennt sie für Steinen bereits ein „Dauerproblem“.
Im Norden bleibt das Bild ähnlich. Der Weser Kurier berichtet, dass sich die Art rund um Delmenhorst weiter ausbreitet. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung geht der Frage nach, wie gefährlich sie wirklich ist. Die HNA begleitet in Kassel die „Velutina Army“, eine Gruppe, die sich der Bekämpfung widmet, und berichtet in einem zweiten Beitrag, dass Imker Alarm schlagen.
Meldepflicht: Was gilt in welchem Bundesland?
Imker zwischen Fang und Hilferuf
Mehrere Berichte bringen Zahlen vom Bienenstand. Die Ruhr Nachrichten berichten über Ulrich Böhne aus Merklinde, der bereits 230 Asiatische Hornissen gefangen hat und nun um Hilfe bittet. Der Soester Anzeiger zitiert einen Imker mit dem Satz: „Die killt 40 bis 50 Bienen am Tag.“ Come-on schildert den Fall eines Rentners, der das dritte Nest in drei Monaten auf seinem Grundstück hat, und ruft in einem weiteren Beitrag dazu auf, Sichtungen sofort zu melden. ka-news begründet, warum man Nester niemals selbst entfernen sollte, und das Fachblatt bienen&natur fragt, wie gefährlich die Art für Bienenvölker ist.
Auch in den Niederlanden steht die Sorge der Imker im Mittelpunkt. Das AD.nl porträtiert Gerda, 82 Jahre alt und seit fast 50 Jahren Imkerin, die um ihre Völker fürchtet. Aus Großbritannien meldet AOL.co.uk, dass Imker vor der Bedrohung warnen und eine landesweite Aufklärungskampagne fordern.
Schutz am Bienenstand: Was Behörden und Fachstellen sagen
Wenn Gemeinden an Grenzen stoßen
Mehrere Meldungen zeigen, wie Verwaltungen mit der Zahl der Nester ringen. Laut NL Times hat die Gemeinde Stichtse Vecht die Entfernung von Nestern aufgegeben, nachdem deren Zahl stark gestiegen ist. RTV Parkstad berichtet, dass Heerlen sich weigert, ein Nest zu entfernen, und ein Imker deshalb Alarm schlägt. In der Hoeksche Waard kann die Bekämpfung laut Hoeksch Nieuws Wochen dauern. In Westervoort hat eine Bürgerin laut Westervoort Plaza ein Crowdfunding für eine professionelle Bekämpfung gestartet.
Am deutlichsten formuliert es eine Meldung aus Spanien: Die Naturschutzbehörde gibt laut La Rioja den „Krieg“ gegen die Asiatische Hornisse verloren, die Art breite sich weiter aus. Aus Ligurien berichtet Liguria Oggi über ein Nest am Giro del Fullo, bei dem sich Anwohner im Stich gelassen fühlen. In Korsika sollen laut Corse Net Infos Spezialisten vom Festland Verstärkung leisten, und im lothringischen Arches ruft die Gemeinde laut Vosges Matin zur Mithilfe auf.
Andernorts wird abgearbeitet. In Helvoirt in Nordbrabant wurde nach Berichten von Helvoirt.net, NOVO3 und 112Brabant das dritte Nest innerhalb einer Woche entfernt. DTV Nieuws meldet vier entfernte Nester, die Gemeinden Sliedrecht und Voorschoten informieren laut eigenen Mitteilungen und AD.nl über das richtige Vorgehen.
Die Saison dauert länger, Fallen werden erprobt
Das belgische HLN berichtet, die Hornisse bleibe länger aktiv, Nester könnten noch bis Mitte November vernichtet werden. Passend dazu meldet Le Télégramme, dass in Trégastel die Herbstfangaktion begonnen hat. Aus Plougoulm berichtet dasselbe Blatt von einer wirksamen Fallenstrategie, und Le Progrès bewertet den Frühjahrsfang in Décines-Charpieu als „sehr positiv“. In den Landes organisiert sich laut France 3 Régions die Bekämpfung mit dem Ziel, die Zahl der Königinnen zu begrenzen. Technisch neu ist ein Ansatz, über den Dutchcowboys berichtet: eine intelligente Falle mit künstlicher Intelligenz, die Hoffnung wecke.
Eine bemerkenswerte Zahl kommt aus der Normandie. Laut Ouest-France hat die Hitzewelle im Departement Orne die Zahl der Nester gedrittelt, die Bekämpfung gehe dennoch weiter.
Nester orten: Methoden aus der Forschung
Stiche und eine medizinische Klarstellung aus Spanien
In Spanien beherrscht das Thema Gesundheit die Berichterstattung. ConSalud meldet mehrere Todesfälle in Galicien im Zusammenhang mit der Asiatischen Hornisse. Allergologen haben daraufhin eine Klarstellung veröffentlicht: Laut Infosalus ist Adrenalin bei mehreren gleichzeitigen Stichen nicht angezeigt. Die spanische Fachgesellschaft SEAIC stellt laut Demócrata klar, dass Adrenalin nicht die Behandlung bei vielen Stichen ist, und La Nueva España greift die Warnung ebenfalls auf. Welche Behandlung die Fachgesellschaft stattdessen nennt, geht aus den Überschriften nicht hervor.
Dass Begegnungen oft zufällig geschehen, zeigt ein Fall aus Veenendaal: Laut rijnpost.nl stieß ein Mann beim Heckeschneiden auf ein Nest und wurde gestochen. In León fanden Anwohner laut Diario de León und Digital de León ein großes Nest am Dach eines Wohnhauses.
Ausblick nach Süden: Die Langhe
Aus dem Piemont melden Gazzetta d'Alba und TargatoCN, dass sich die Hornisse den Weinbergen der Langhe nähert. Dort wurden Nester und Sichtungen auch in der Nähe der Rebflächen festgestellt.
Die Zahlen der Woche
Unsere Datenbank verzeichnet 3.819 Sichtungen europaweit, rund 9 Prozent weniger als in der Vorwoche mit 4.197. Auf Deutschland entfallen 682 Sichtungen, knapp 18 Prozent der Gesamtzahl. Der Rückgang fällt in die zweite Oktoberhälfte. Die Meldungen über neue Fundorte in Süddeutschland zeigen jedoch, dass die Ausbreitung damit nicht abgeschlossen ist. Über unser Portal ging in dieser Woche eine Nutzermeldung ein.
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Sichtungen europaweit | 3.960 |
| davon in Deutschland | 699 |
| eigene Nutzermeldungen | 1 |
| Presseberichte ausgewertet | 67 |
| Fachveröffentlichungen | 0 |
Quellen: Sichtungsdatenbank von velutinafinder.de sowie 58 Presseberichte aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien/Irland und Portugal vom 19. bis 25. Oktober 2026. Ausgewertet wurden nur die Überschriften, alle Angaben folgen den genannten Medien.