Mitte Oktober melden Medien die ersten Nestfunde aus zwei Regionen: das erste aktive Nest im italienischen Apulien und das erste Nest in Oberbayern. Gleichzeitig melden Gebiete, in denen sie schon länger lebt, einen deutlichen Anstieg der Nestzahlen, etwa das Baden-Badener Rebland oder die Kanalinsel Jersey. In vielen Berichten geht es außerdem um die Jahreszeit: Jetzt verlassen die Jungköniginnen die Nester. Unsere Datenbank verzeichnet 4.058 Sichtungen in Europa und damit rund 8 Prozent mehr als in der Vorwoche. 765 davon stammen aus Deutschland.
Die Woche
Neue Regionen: Apulien und München
Die meisten Meldungen derselben Geschichte kamen diese Woche aus Süditalien. Laut La Gazzetta del Mezzogiorno, TarantoToday, Quotidiano Di Puglia und weiteren Regionalmedien wurde bei Taranto das erste aktive Nest in Apulien entdeckt. Buonasera24 nennt als Fundort San Vito. Die Universität des Salento fordert nach diesen Berichten sofort eine Taskforce. la Repubblica zitiert Fachleute, die von einer „sehr ernsten Bedrohung“ sprechen und den Honig in Gefahr sehen.
Auch in Deutschland verschiebt sich die Grenze. Radio Oberland meldet aus München den ersten Nestfund in Oberbayern. Laut SZ.de lag das Nest an der Theresienwiese. Weitere Berichte melden Funde oder eine Ausbreitung in anderen Gegenden. Die Allgäuer Zeitung schreibt, die Art breite sich im Allgäu aus. Der Südkurier sieht sie auf dem Hotzenwald „auf dem Vormarsch“. Das Mindener Tageblatt berichtet von einem Fund in Hille, RP Online über die Ausbreitung in Leverkusen und Mittelhessen über einen Landkreis in seinem Verbreitungsgebiet.
In Spanien bereiten sich nach einem Bericht von Levante-EMV die Schädlingsbekämpfer der Safor darauf vor, dass die Art Gandia erreicht.
Die auffälligen Zahlen
Aus Ligurien kommt eine Jahresbilanz. Laut AlbengaCorsara und GenovaToday gab es dort 6.360 Einsätze, mehr als 5.000 Nester wurden entfernt. Für 2026 stehen nach diesen Berichten 50.000 Euro bereit, GenovaToday nennt dabei ausdrücklich die biologische Abwehr. Aus Genua meldet Liguria Oggi ein weiteres großes Nest im Stadtteil Struppa.
In Deutschland fällt vor allem eine Zahl auf. Nach Angaben der Badischen Neuesten Nachrichten hat sich die Zahl der Nester im Baden-Badener Rebland verzehnfacht.
Ähnliche Signale kommen von den Kanalinseln. Die Times Jersey berichtet von 50 Prozent mehr Nestern auf Jersey. Die BBC, die Jersey Evening Post und The Independent schreiben, mit der Zahl der Nester steige auch das Risiko von Stichen. Die Bailiwick Express erwartet für dieses Jahr Bekämpfungskosten von 90.000 Pfund.
Die Niederlande liefern kleinere, aber konkrete Zahlen: Rodi.nl meldet 22 gefundene und 19 entfernte Nester. In Linschoten wurde laut IJsselbode bereits das vierte Nest beseitigt. Weitere Nestentfernungen melden Noordkop247 aus Den Helder und Groot-Waterland aus Monnickendam.
Ein weiterer Bericht zeichnet ein anderes Bild: Landbouwleven schreibt, der Vormarsch der Art habe sich verlangsamt. Der spanische Fachmann, den Vozpopuli zitiert, nennt 2026 dagegen „das schlimmste Jahr der Velutina“, 16 Jahre nachdem sie die Pyrenäen überquert hat.
Oktober: Die Königinnen verlassen die Nester
Viele Berichte drehen sich um die Jahreszeit. Die Badischen Neuesten Nachrichten schreiben aus dem Rebland, dass jetzt die Königinnen schlüpfen. Come-on titelt, im Kampf gegen die Art zähle jetzt jeder Tag. Wie viel ein einzelnes spätes Nest bedeutet, zeigt eine Meldung des VRT: Aus einem großen Nest, das im Stadtpark von Geel vernichtet wurde, hätten nach Einschätzung der Beteiligten 200 bis 300 Königinnen hervorgehen können.
Französische Medien greifen dazu eine Rechnung von Imkern auf. Laut La Provence erklären Imker, eine im Oktober getötete Gründerin könne ein ganzes Nest im Frühjahr verhindern. Marie France und POSITIVR berichten über einen „entscheidenden Handgriff im Oktober“. In Saint-Lô fordert laut lamanchelibre.fr eine Gruppe die Bürgermeisterin auf, die Fallenjagd im Frühjahr zu unterstützen.
Aus Oeding berichtet die Münsterland Zeitung, eine Imkerin habe ein Nest mit 1.000 Tieren entfernt. Aus Balsthal in der Schweiz zeigt die Solothurner Zeitung eine aufwendige Nestentfernung im Video.
Selbst eingreifen oder melden
Mehrere deutsche Medien raten deutlich davon ab, Nester selbst zu entfernen. RP Online titelt „Bloß nicht selbst Hand an Nester legen“. ka-news erklärt, warum man Nester niemals selbst beseitigen sollte. Die Allgäuer Zeitung beschreibt, wie man bei einem Nest im Garten vorgeht.
Was bei einem Fund zu melden ist
Dass Stiche gefährlich sein können, zeigen Einzelfälle dieser Woche. In Spanien musste nach übereinstimmenden Berichten von Tribuna de Salamanca, La Crónica de Salamanca, Salamanca24horas und La Gaceta de Salamanca ein Wanderer bei Cepeda geborgen werden, die Guardia Civil half dabei. El Español meldet die Evakuierung eines 60-Jährigen per Hubschrauber und schreibt, der Stich könnte von einer Asiatischen Hornisse stammen. Laut HLN kam ein Mann nach einem Angriff ins Krankenhaus. RTL.nl berichtet über einen 30-Jährigen, der Dutzende Male gestochen wurde.
Wer bezahlt die Bekämpfung, wer organisiert sie
Die Kosten sind ein wiederkehrendes Thema. Laut KIJK müssen Imker in den Niederlanden die Bekämpfung selbst bezahlen. Hart van Nederland zitiert Imker mit den Worten, das Problem werde größer. Im AD beschreibt ein Imker, wie die Hornissen seine Bienen greifen, und nennt seine Kästen „ein warmes Buffet“.
Andere Regionen bauen Strukturen auf. Der Wallonische Städte- und Gemeindeverband informiert über ein Ziehungsrecht zur Finanzierung der Nestbeseitigung. Laut L'Est Républicain soll in Bar-le-Duc die Bekämpfung verstärkt werden, die Stadt Verdun engagiert sich gegen die Ausbreitung, und in Fallon organisieren sich vier Gemeinden. In Marseille stimmen nach Angaben von Presse Agence Imkerschaft und Kommunen ihr Vorgehen ab. Das Département Lot setzt laut Chasses éternelles auf „Sentinelles“, also Beobachter vor Ort. Im spanischen Bierzo wurde dagegen nach einem Bericht von Onda Bierzo ein Antrag abgelehnt, die Bekämpfung zu verbessern. Joyn titelt für Deutschland: „Experten überfordert“.
Wie es um den Ertrag steht, zeigt Midi Libre: In Okzitanien ist die Honigernte in diesem Jahr deutlich gesunken. Als Gründe nennt die Zeitung die Asiatische Hornisse, die Varroa und die Trockenheit. Auch La Nazione nennt das Klima und die Velutina als Risiken für den Honig.
Die Asiatische Hornisse am Bienenstand
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 4.058 |
| davon in Deutschland | 765 |
| eigene Nutzermeldungen | 2 |
| Presseberichte ausgewertet | 83 |
| Fachveröffentlichungen | 0 |
Quellen: Sichtungsdatenbank von velutinafinder.de sowie 83 Presseberichte aus sieben Ländern, erschienen vom 12. bis 18. Oktober 2026. Ausgewertet wurden die Überschriften. Alle Angaben geben die Darstellung der genannten Medien wieder.