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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 41

Weniger Sichtungen, mehr Nester: die Woche, in der die Saison ihren Charakter zeigt

Wochenrückblick für den Zeitraum 05. bis 11. Oktober 2026 (KW 41)

Die Zahlen gehen zurück, die Arbeit nicht: 3.624 Sichtungen europaweit bedeuten ein Minus von 30 Prozent gegenüber der Vorwoche, 554 davon entfallen auf Deutschland. In der Presse dominieren dagegen Nestentfernungen, Finanzierungsfragen und Hilferufe von Imkervereinen: 86 Berichte aus sieben Ländern. Neu hinzugekommen sind diese Woche Erstnachweise im Wolfhager Land und in der italienischen Region Lazio, während Portugal meldet, dass alle Distrikte des Landes erreicht sind. Und in den Niederlanden organisieren sich Feuerwehrleute, Imker und Schädlingsbekämpfer zu gemeinsamen Einsatzgruppen.

Teil 1: Die Woche

Der Rückgang in den Zahlen und der Gegentakt in der Presse

Minus 30 Prozent bei den Sichtungen innerhalb einer Woche ist ein deutlicher Rückgang. Dass das keine Entspannung bedeutet, zeigt der Blick in die Berichterstattung: Dort geht es fast ausschließlich um Nester. In Rijswijk wurden laut InRijswijk, Feel Good Nieuws und Rijswijks Dagblad innerhalb weniger Tage mehrfach Nester entfernt, Moerdijk meldet über BN DeStem „mehr aktive Nester“, in Steinen berichtet der Schwarzwälder Bote von entfernten Nestern. Die Kombination aus sinkenden Einzelbeobachtungen und zahlreichen Nestmeldungen prägt das Bild dieser Woche.

Dazu passt ein Hinweis aus Frankreich: Modes et travaux und LaboMaison weisen darauf hin, dass mit dem Laubfall Nester in Bäumen sichtbar werden, die vorher verborgen waren, und dass dann zu prüfen sei, ob ein Nest noch bewohnt ist. Marie France beschreibt, wie Fachleute ein Nest ohne Flaschenfalle lokalisieren.

Wie Nester geortet werden

Neue Vorposten: Wolfhager Land, München, Lazio und ganz Portugal

Die HNA berichtet von einem Imker, der eine Asiatische Hornisse lebend gefangen hat: Erstnachweis im Wolfhager Land. Aus Bayern meldet der Merkur unter der Überschrift „Sie ist da“ den Anflug auf München, in einem zweiten Beitrag spricht dasselbe Medium von exponentieller Ausbreitung. Die SZ beschreibt, wie Bayern gegen die Art vorgeht. In Italien meldet ViterboToday aus Vejano die „erste Sichtung im Lazio“. Aus Ligurien berichtet Liguria Oggi, in Acquasanta sei ein großes Nest neutralisiert worden; in Savona befasste sich laut IVG.it eine Tafelrunde mit Strategien zum Schutz der Bienen.

Den eindrücklichsten Stand liefert Portugal: Die Art sei inzwischen in allen Distrikten des Landes gesichtet worden, berichten Jornal de Notícias und TVI Player, das Portal nennt mehr als 5.000 entdeckte Nester in sieben Monaten. SÁBADO bilanziert 15 Jahre Vespa velutina in Portugal. Lokal wird es noch konkreter: In Vila Flor sei die Zahl zerstörter Nester dreifach so hoch wie im Vorjahr, schreibt das Jornal Nordeste, der Bürgermeister fordere Maßnahmen (Notícias ao Minuto). Braga wiederum „bricht Rekorde“ beim Eindämmen, so das Jornal de Notícias.

Wer in Deutschland einen Verdacht hat, findet die Meldewege bei uns zusammengefasst:

Meldepflicht und Zuständigkeiten

Sichtung melden

Wer zahlt, wer macht: die Finanzierungsfrage wird laut

Das Thema der Woche in Deutschland ist nicht die Hornisse selbst, sondern die Organisation der Bekämpfung. n-tv meldet für Nordrhein-Westfalen bisher 35.000 Euro an Prämien für Imker, Antenne Düsseldorf berichtet über die Förderung. Zugleich zitiert DerWesten Kritik, der „Fördertopf“ sei „von Anfang an viel zu klein“ gewesen. Parallel berichtet RP Online über neue Regeln, nach denen Eigentümer für die Nestentfernung zahlen. Aus Rheinberg meldet dasselbe Medium einen „herbstlichen Hilferuf“ der Imker, aus Kirchhellen berichtet die Dorstener Zeitung, dass Bottroper Imker Helfer suchen. Die Stadt Darmstadt bekämpft die Art nach Angaben der FAZ selbst, Tönisvorst ruft laut RP Online Bürger zum Melden von Nestern auf.

Dieselbe Debatte läuft in den Niederlanden, nur mit anderem Vorzeichen: Ninofmedia und Dender Journaal berichten, dass die kostenlose Bekämpfung über RATO vzw nur noch bis Mitte Oktober läuft. In Tholen haben Freiwillige laut Gemeente Tholen und pzc.nl Bekämpfungssets erhalten, um Nester im Außenbereich anzugehen. In Veldhoven packen Freiwillige die Nester an (Eindhovens Dagblad), die Gemeinde bittet die Einwohner um Aufmerksamkeit (Omroep Veldhoven). Moerdijk setzt ebenfalls auf Freiwillige (Omroep Brabant) und ruft unter „Samen tegen de Aziatische hoornaar“ zur Mithilfe auf.

Der bemerkenswerteste Organisationsansatz kommt ebenfalls aus den Niederlanden: Feuerwehrleute haben nach Berichten von HLN und Nieuwsblad gemeinsam mit Imkern und Schädlingsbekämpfern eine „Vespa Group“ gegründet. Das Zitat aus dem HLN-Beitrag beschreibt das Problem in einem Satz: „Die stoppt nicht an einer Gemeindegrenze.“ Auch aus Oberösterreich meldet Heute ein neu aufgesetztes Krisentraining.

Methoden und Zeitpunkte: Proteinköder, Fallen, Informationsabende

Fachlich interessant sind diese Woche mehrere unterschiedliche Ansätze. In der Ortenau sollen „Proteinbowls“ helfen, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten. Aus dem Département Meuse mahnt L'Est Républicain: „jetzt fangen und richtig fangen“: ein Hinweis, dass Zeitpunkt und Ausführung über den Nutzen entscheiden. In Plogonnec will die Gemeinde ihren Kampf verstärken, nachdem ein Betroffener laut Le Télégramme „alle möglichen Fallen“ probiert hat. ici.fr räumt in einem weiteren Beitrag mit verbreiteten Irrtümern auf und benennt Fallen, die man meiden sollte. Im Elsass kündigt dna.fr zwei Informationsabende am 14. und 16. Oktober zur neuen Fangkampagne an, Haguenau berichtet über eigene Maßnahmen (Maxi Flash).

Aus Sicht der Imkerei liefert Come-on die Zahl der Woche: Ein Nest erbeute 12 Kilogramm Insekten, ein Imker schlage Alarm. Rijnmond zitiert niederländische Imker, bei denen Bienen „massenhaft abgeschlachtet“ würden, De Orkaan formuliert den Befund zugespitzt: wenig gezählt, trotzdem eine große Plage für die Honigbiene. Aus Katalonien beschreibt L'Indépendant eine Imkerin mit dem Satz, der Herbst sei „die schwerste Jahreszeit, ein Gemetzel“.

Bienenstand im Herbst

Heckenschnitt als Unfallschwerpunkt

Ein Strang zieht sich durch die deutsche und portugiesische Berichterstattung: Nestkontakt bei Gartenarbeit. Der SWR berichtet von einer Familie, die von Asiatischen Hornissen attackiert wurde, tagesschau.de widmet dem Thema „unsichtbare Gefahr beim Heckenschneiden“ eine Bilderstrecke, der Wochenspiegel mahnt zur Vorsicht bei Gartenarbeiten. Super Tipp zitiert aus Velbert: „Ein Stich brennt wie Feuer.“ Behörden und Fachleute wiederholen dabei durchgängig eine Linie: Nester nicht selbst entfernen, so ka-news und wmn.de; in Portugal rät ein Fachmann laut Revista Amazônia, ein auf dem Körper sitzendes Tier von selbst wegfliegen zu lassen, SIC Notícias erklärt das Vorgehen bei Stich und Nestfund. Spanien reagiert ähnlich: Der Notruf 112 hat laut Digital de León einen Hinweis für León herausgegeben, in Gandia wurde ein Nest in einem Wohnhaus entdeckt (Cadena SER), in Aragón eines an einem Zugang zur Virgen de la Peña neutralisiert (Diario del Alto Aragón).

Auf den Inseln bleibt die Lage angespannt, aber beherrschbar: In Cork wurde ein Nest entfernt, die Öffentlichkeit bleibt in Alarmbereitschaft (Cork Beo, Belfast Media Group), auf Guernsey sei der „Kampf noch im Gange“, so die BBC. connexionfrance greift eine Frage auf, die auch hierzulande zunehmend gestellt wird: ob die Wohngebäudeversicherung bei Betroffenheit greift.

Die Woche in Zahlen

Sichtungen europaweit3.624
davon in Deutschland554
eigene Nutzermeldungen3
Presseberichte ausgewertet86
Fachveröffentlichungen0

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand 11.10.2026) sowie 86 ausgewertete Presseberichte aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Portugal, Spanien, Italien, Großbritannien und Irland. Alle Angaben beruhen auf den veröffentlichten Meldungen der genannten Medien; Volltexte lagen nicht in allen Fällen vor. In dieser Woche sind uns keine neuen Fachveröffentlichungen zur Vespa velutina bekannt geworden.

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