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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 35

Erste Hornissen in Tirol, Nester in 1.400 Metern Höhe und ein Streit über Fallen

Wochenrückblick 24. bis 30. August 2026 (KW 35)

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Die Ausbreitung geht diese Woche in die Höhe und in die Breite: Aus Tirol wird der erste Nachweis überhaupt gemeldet, aus dem Piemont ein Nest auf 1.400 Metern, aus Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Funde. Gleichzeitig läuft in ganz Mitteleuropa die Zeit der großen Sekundärnester an, und Behörden von Magdeburg bis Bühl bitten um Meldungen. In Spanien widerspricht ein Forscher öffentlich der Wirksamkeit von Köderfallen, während anderswo genau darauf gesetzt wird. Unsere Datenbank zählt 4.233 Sichtungen europaweit, 819 davon in Deutschland, ein Plus von vier Prozent gegenüber der Vorwoche.

Neue Gebiete: Tirol, Thüringen, und ein Höhenrekord

Der auffälligste Einzelfund der Woche kommt aus Österreich. Land Tirol, tirol.ORF.at, derstandard.at und der Kurier berichten übereinstimmend vom ersten Nachweis der Asiatischen Hornisse in Tirol; die Behörden bitten laut Kurier um Mithilfe der Bevölkerung. Fast parallel meldet inSüdthüringen die Art nun auch für Thüringen, und die LK Burgenland veröffentlicht eine Erkennungs- und Handlungshilfe, ein Hinweis darauf, dass sich die Beratungsarbeit derzeit vor allem in den bislang randlich betroffenen Regionen aufbaut.

Dass die Art auch nach oben hin nicht viel Widerstand findet, zeigt eine Meldung aus dem Piemont: targatocn.it berichtet von einem Nest bei Limone auf 1.400 Metern Höhe, dem regionalen Höhenrekord. Aus derselben Region meldet lavocedialba.it steigende Fallzahlen und das erste entfernte Nest in Dogliani, aus Ligurien berichtet Liguria Oggi von Vespa velutina mitten in der Genueser Innenstadt. Höhenlagen und dichte Stadtlagen gelten damit nicht länger als Rückzugsräume.

Ein Gegenbeispiel liefert die BBC: Auf Alderney seien in dieser Saison weniger Asiatische Hornissen gezählt worden, was der Bericht auf „günstige Winde“ zurückführt. Auf der Isle of Wight hingegen prüfen die Behörden nach einer als glaubwürdig eingestuften Sichtung in Cowes das Umfeld; onthewight.com und Yahoo News UK rufen die Inselbewohner zur Aufmerksamkeit auf.

Sekundärnester: Die Saison der Sichtbarkeit beginnt

Der zweite große Themenblock ist saisonal. Mehrere deutsche Behörden weisen in dieser Woche gleichlautend darauf hin, dass ab dem Spätsommer nach den großen, frei hängenden Sekundärnestern Ausschau gehalten werden soll: So berichten Du bist Halle und hallanzeiger.de für Sachsen-Anhalt und meetingpoint. Magdeburg für die Landeshauptstadt; die Badischen Neuesten Nachrichten greifen die Frage für Bühl auf, was im Herbst bei Nestfunden zu tun ist. Der Tenor ist überall derselbe: melden, nicht selbst handeln. ka-news fasst es in der Überschrift zusammen und begründet, warum Nester nicht eigenhändig entfernt werden sollten; Netzwelt stellt gegenüber, was im Garten erlaubt und was streng verboten ist.

Was bei einem Nestfund zu melden ist

Sichtung oder Nest melden

Aus Frankreich kommt derselbe Appell in schärferem Ton: In der Ariège rufen Fachleute laut ladepeche.fr dazu auf, nicht selbst auf Nestsuche oder Bekämpfung zu gehen, kolonien könnten „extrem aggressiv“ werden. Mon Jardin ma maison greift die Frage auf, ob Hitzeperioden die Aggressivität steigern. Auch aus Deutschland gibt es entsprechende Berichte: Die Saarbrücker Zeitung meldet mehrere Angriffe auf Menschen im Saarland, aus Portugal berichten Notícias ao Minuto von einem Mann, der nach einem Angriff von Angehörigen gerettet wurde, und Notícias de Coimbra thematisieren das Verhalten nach einem Stich. In Azambuja musste laut Notícias do Sorraia und SAPO der Jardim da Areeira wegen eines Nests gesperrt werden: ein Vorgang, der zeigt, wie schnell aus einem Nestfund eine kommunale Angelegenheit wird.

Fallen: dieselbe Jahreszeit, entgegengesetzte Antworten

Interessant wird die Woche dort, wo die Praxis auseinandergeht. Die katalanische Gemeinde Tremp erklärt der Art laut El Periódico mit einem gemeindeweiten Fallennetz den Krieg. The Connexion stellt für Frankreich die Frage, ob Fallen zum Sommerende überhaupt aufgestellt werden sollten. Und in Vozpopuli widerspricht der Forscher Xulio Manuel deutlich: Es gebe „keinerlei Belege dafür, dass Fallen mit Flüssigködern einen Effekt auf die Population haben“. Aus den Niederlanden kommt eine Erfolgsmeldung anderer Art: Der Wijkraad Padbroek berichtet gegenüber Omroep Land van Cuijk, es gehe „kaum noch“ um Meldungen im Viertel, welche Maßnahmen dahinterstehen, lässt die Überschrift offen. Für Imkerinnen und Imker bleibt damit ein offener Widerspruch, den diese Woche nicht auflöst.

Was am Bienenstand beobachtet werden kann

Wie Nester aufgespürt werden

Der politische Rahmen wird lauter

Auffällig ist, wie stark diese Woche über Zuständigkeiten und Geld gesprochen wird. bienen&natur nennt den Umgang mit Vespa velutina ein „politisches Trauerspiel“. Im Kreis Heinsberg fordern SPD und Grüne laut RP Online einen stärkeren Kampf gegen die Art. Die Kreisstadt Saarlouis spricht von „massiven Schäden“, Radio RSG titelt, die Zahlen „explodieren“, und der MDR berichtet allgemein über die Ausbreitung in Deutschland. Auf der praktischen Seite steht der Imkerverein Menden, der laut Radio MK selbst gegen die Art vorgeht. Ähnlich in den Niederlanden: Der Gemeinderat von Schouwen-Duiveland verlangt laut Radio Schouwen-Duiveland ein intensiveres Vorgehen, während frieschdagblad.nl die Aufmerksamkeit friesischer Imker beschreibt und 1Twente aus Almelo ein Nest „so groß wie ein Hüpfball“ meldet. In Frankreich geht Riedisheim laut jds.fr den Weg der kommunalen Beteiligung: 50 Euro Zuschuss zur Nestentfernung.

In Spanien schließlich rückt das Thema in einen breiteren Gesundheitskontext: Der Verband Anecpla warnt laut Servimedia, Europa Press und Diario en Positivo gemeinsam mit der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse auch vor zunehmenden Risiken durch Zecken und Mücken. La Razón zitiert die Einschätzung, die Art sei „gekommen, um zu bleiben“. Und weil in solchen Wochen viel verwechselt wird, hält OkDiario fest, dass das größte Hautflügler-Insekt Europas weder eine Asiatische Hornisse noch gefährlich sei: ein Hinweis, der bei der Meldequalität hilft. Genau daran hängt es: Vier eigene Nutzermeldungen in einer Woche mit 819 deutschen Sichtungen sind wenig, gerade jetzt, wo die Nester sichtbar werden.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit4.822
davon in Deutschland850
Vorwoche europaweit4.058 (+4 Prozent)
eigene Nutzermeldungen4
Presseberichte71 aus 7 Ländern
Höchstes gemeldetes Nest1.400 m (Limone, Piemont)
Neue ErstnachweiseTirol, Thüringen

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand 30.08.2026) sowie 55 Presseberichte aus Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Portugal, den Niederlanden, Großbritannien/Irland und Italien, im Text jeweils genannt. Es lagen uns nur Überschriften und Medienangaben vor; Einzelheiten über den Wortlaut hinaus sind nicht belegt.

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