Kein reines Imkerproblem
Die Landesverbände betonen es in ihren Handlungsempfehlungen ausdrücklich: Betroffen sind auch Obstbau, Gastronomie, Land- und Forstwirtschaft, Hobbygärten und schlicht der Nachmittag auf der Terrasse. Die Nestdichte und der Nahrungsbedarf eines Volkes im Spätsommer machen an keiner Betriebsgrenze halt.
Was im Wein- und Obstbau gemessen wurde
Eine Untersuchung befragte 123 Agrartechnikerinnen und -techniker, die für Verbände, Genossenschaften oder Behörden im Wein- und Obstbau arbeiten, 25 aus Galicien und 98 aus Portugal. Beide Gruppen meldeten Schäden [27].
| Galicien: Techniker mit gemeldeten Schäden | 83 % |
|---|---|
| davon Fälle mit über 75 % geschädigten Früchten | 12 % |
| Portugal: Techniker mit Traubenschäden | rund 25 % |
| Traubenschäden ohne Schutznetz, gemessen | 10,9 und 11,9 % [28] |
Betroffen sind vor allem Weintrauben, dazu Birnen, Äpfel, Feigen, Pflaumen, Pfirsiche, Heidelbeeren und Brombeeren. Geschädigt wird während der Reife- und Erntephase. Die geschädigten Früchte ziehen weitere Schädlinge an, der Schaden bleibt also nicht beim Erstfraß [27].
Warum Netze keine gute Antwort sind
In galicischen Weinbergen wurden Hagelnetze gegen die Art getestet. Sie wirken, haben aber zwei Nachteile: Sie verändern das Landschaftsbild und können sich damit auf den Weintourismus auswirken [28]. Erzeuger beschreiben die Unwirksamkeit der verfügbaren Verfahren zusammen mit den wirtschaftlichen Verlusten als Nährboden für Frustration und für die Überlegung, den Anbau aufzugeben.
Die Bestäubung leidet mit
Zwei spanische Untersuchungen zeigen einen Weg, der über den direkten Fraß hinausgeht. Wo Asiatische Hornissen an Pflanzenbeständen anwesend waren, besuchten Honigbienen, Hummeln und andere Bestäuber die Blüten seltener. Die Folge war eine geringere Bestäubung [29].
Bei Efeu wurde eine verringerte Samenzahl in den Früchten festgestellt, wenn die Art die Bestäuber störte. Efeu ist im Herbst eine der letzten großen Trachtquellen und für viele Insekten die entscheidende Nahrung vor dem Winter.
Das ist dasselbe Muster wie am Bienenstand: Nicht das Fressen richtet den Hauptschaden an, sondern die Wirkung der bloßen Anwesenheit.
Was sich nicht belegen ließ
- Für Deutschland liegen keine Messungen zu Schäden im Wein- oder Obstbau vor. Die Zahlen stammen aus Galicien und Portugal, also aus Gebieten mit weit höherer Nestdichte.
- Wie stark die geringere Bestäubung sich auf Erträge auswirkt, ist über die genannten Einzelbefunde hinaus nicht beziffert.