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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 32

Bayern legt einen Aktionsplan vor — und Galicien meldet Nester im Schornstein

Wochenrückblick 3. bis 9. August 2026 (KW 32)

Bayern stellt in dieser Woche einen Aktionsplan mit vier Säulen vor, Bückeburg meldet das erste bestätigte Nest im Landkreis Schaumburg, und aus Niedersachsen kommt die Zahl, die den Sommer beschreibt: bis zu 2.000 Tiere in einem Nest. Aus Galicien wird gemeldet, dass die Art inzwischen in Schornsteinen, Lüftungsschächten, Mauern und sogar im Boden nistet. Und ein Mann aus Bretten erzählt, warum er ein Nest nie wieder selbst zerstören würde.

Teil 1 — Die Woche

Bayern: vier Säulen

Am 7. August berichtete bienen&natur über den bayerischen Aktionsplan mit vier Säulen gegen die Asiatische Hornisse.

Bayern ist damit nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen das dritte große Bundesland mit einem eigenen Vorgehen. Diese Länderzuständigkeit ist die deutsche Besonderheit: Während Frankreich einen nationalen Plan auflegt und die Niederlande auf Provinzebene entscheiden, hat in Deutschland jedes Land seine eigene Regelung — mit unterschiedlichen Meldewegen, unterschiedlicher Förderung und unterschiedlichen Zuständigkeiten. Für einen Imker an einer Landesgrenze bedeutet das zwei Regelwerke.

Am 5. August informierte auch der Kanton St. Gallen über die Ausbreitung. Die Schweiz steht dort, wo Deutschland vor drei Jahren stand.

Meldewege und Meldepflicht im Überblick

Bückeburg, Delmenhorst, Niedersachsen

Am 5. August meldete die Schaumburger Zeitung, in Bückeburg sei das erste bestätigte Nest des Landkreises Schaumburg entfernt worden. Am 6. August schrieb die HAZ über die Ausbreitung in Niedersachsen und nannte die Größenordnung: bis zu 2.000 Tiere je Nest. Am 7. August berichtete dk-online.de aus Delmenhorst, und der MDR fragte, ob das invasive Insekt bereits im Osten und Norden angekommen sei.

2.000 Tiere ist die Zahl, die den Unterschied zum Frühjahr ausmacht. Im Mai saß eine einzelne Gründerin auf einem walnussgroßen Primärnest. Im August steht ein Sekundärnest im Kronenraum, das ein Volk dieser Größe beherbergt und täglich Beute in erheblicher Menge braucht — davon einen namhaften Anteil Honigbienen, wenn ein Bienenstand in Reichweite liegt.

„Er würde es nicht wieder machen"

Am 3. August berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten, wie ein Brettener ein Nest zerstörte — und warum er es nicht wieder tun würde.

Diese Geschichte ist lehrreicher als jede Warnung. Ein Sekundärnest mit vielen hundert Tieren zu öffnen, ohne Schutzausrüstung und ohne Erfahrung, endet mit sehr vielen Stichen. Dazu kommt: Wer ein Nest unfachmännisch zerstört, treibt die überlebenden Arbeiterinnen auseinander, die dann in der Umgebung ein Notnest anlegen können — genau der Vorgang, den die Aktivkohle-Untersuchung im Frühjahr in 2,1 Prozent der Fälle gemessen hat.

Und schließlich die Verwechslungsgefahr: Wer die heimische Europäische Hornisse für die eingeschleppte Art hält und ihr Nest zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit — Vespa crabro ist besonders geschützt.

Beide Hornissenarten sicher unterscheiden

Galicien: Schornsteine, Lüftungsschächte, Mauern, Boden

Am 9. August meldete La Voz de Galicia, die Velutina besiedle inzwischen Schornsteine, Lüftungsschächte und Mauern und niste auch im Boden.

Das ist ein Befund, der die Nestsuche betrifft. Wer im Kronenraum sucht, findet ein Nest im Rolladenkasten nicht. Bodennester sind besonders heikel, weil sie beim Mähen oder Graben unbemerkt gestört werden. Zu dieser Anpassung an menschliche Bauwerke passt die italienische Untersuchung vom März, die beiden invasiven Hornissenarten ein Verhalten in Nähe des Menschen bescheinigte — Nisten in Bauwerken und Nutzung städtischer Speisereste.

Am 6. August zitierte Vozpopuli den galicischen Fachmann Lolo Andrade mit dem Satz, die Avispa asiática sei „ein Problem der ganzen Gesellschaft". Am 7. August meldete dieselbe Redaktion eine Prognose: Fachleute rechneten damit, dass die Art bis 2029 die gesamte Iberische Halbinsel besiedelt haben werde.

Spanien und die Niederlande

Am 3. August wurde laut Diario Avanza in Fuentes de Andalucía nach dem Anruf eines Nachbarn ein Nest entfernt; am 4. August holte die Feuerwehr laut Levante-EMV eine große Wabe in Valencia herunter. OkDiario berichtete am 8. August über die wachsende Sorge katalanischer Imker, heraldo.es erklärte am 6. August, wann man nach einem Stich zum Arzt sollte.

In den Niederlanden meldete NH Nieuws am 3. August immer mehr Nester und sprach von einer „mehrschichtigen Gefahr". BredaNu schrieb am selben Tag, die Art sei nun ein dauerhafter Bewohner der Niederlande. Aus dem Norden kam am 5. August über DVHN ein Satz, der die Stimmung zusammenfasst: „We gaan hier nog spijt van krijgen" — das werden wir noch bereuen.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit987
davon in Deutschland50
Veränderung zur Vorwoche+27 Prozent (777)
Presseberichte ausgewertet36 aus 6 Ländern
eigene Nutzermeldungen0

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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