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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 30

Brandenburg meldet den Erstnachweis — und Vinhais zeigt, dass es wirken kann

Wochenrückblick 20. bis 26. Juli 2026 (KW 30)

Diese Woche ist die deutsche Woche des Jahres. Brandenburg meldet seinen ersten Nachweis, im Landkreis Fürth und im Landkreis Bamberg kommt die Art an, in Fellbach werden vier Nester entdeckt, und der WDR berichtet, wie sich Imker organisieren. Aus Portugal kommt zugleich der erste belastbare Hinweis, dass jahrelange Arbeit Wirkung zeigt: In Vinhais gehen die Zahlen zurück. Und aus Limburg die Meldung, ein Nest sei mit Sendern binnen einer Stunde gefunden worden.

Teil 1 — Die Woche

Brandenburg: der erste Nachweis

Am 23. Juli meldete rbb24, die Asiatische Hornisse sei erstmals in Brandenburg festgestellt worden. Am Tag darauf folgte eine Einordnung derselben Redaktion zur Gefährlichkeit, und MOZ.de beschrieb, wie wichtig und wie kompliziert die Nestbeseitigung war.

Brandenburg ist damit das östlichste deutsche Bundesland mit Nachweis. Die bisherige Ausbreitung verlief von Südwesten über Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie von Nordwesten über die niederländische Grenze. Ein Fund in Brandenburg passt in kein einfaches Ausbreitungsbild — er deutet eher auf Verschleppung mit Fracht als auf eine geschlossene Ausbreitungsfront. Genau dieses Muster hat sich in diesem Jahr wiederholt gezeigt: Doncaster in Yorkshire, Basingstoke an der Autobahn, Southampton am Hafen, Gran Canaria im Atlantik.

Dass MOZ.de die Beseitigung als kompliziert beschreibt, ist der zweite lehrreiche Punkt. In einem Erstbefallsgebiet gibt es keine eingespielten Zuständigkeiten, keine geübten Fachleute und keine bereitstehende Hubarbeitsbühne.

Fürth, Fellbach, Bamberg

Am 20. Juli meldete NN.de, die Art sei im Landkreis Fürth angekommen. Am 21. Juli informierte die Stadt Fellbach über den Vormarsch, tags darauf berichtete der Zeitungsverlag Waiblingen von vier entdeckten Nestern in Fellbach. Am 25. Juli meldete Der Neue Wiesentbote die Ankunft im Landkreis Bamberg.

Vier Nester in einer Stadt sind kein Erstnachweis mehr, sondern ein Bestand. Fellbach liegt bei Stuttgart, in jenem Teil Baden-Württembergs, in dem die Art am längsten vorkommt.

Am 22. Juli berichtete der WDR, Imkerinnen und Imker organisierten ihre Abwehr; am 24. Juli, die Art bedrohe die Honigbienen. bienen&natur fasste am 26. Juli die Ausbreitung und die Gefahr für Bienen zusammen.

Was am Bienenstand beobachtet wird

Vinhais: die Zahlen gehen zurück

Aus Portugal kam in dieser Woche die aus fachlicher Sicht interessanteste Nachricht. Am 22. Juli meldete das Jornal de Notícias „sehr positive" Ergebnisse aus Vinhais, am 23. Juli berichteten SAPO und canaln.tv von einem deutlichen Rückgang und verstärktem Schutz der Bienenstände. Am 26. Juli nannte SIC Notícias die Zahl: Die Fallen hätten 6.000 Königinnen gefangen, und die Vespa asiática nehme ab.

Vinhais ist jene Gemeinde mit rund 8.000 Einwohnern, die im April 400 Fallen installiert hatte. Wenn dort nach Jahren ein Rückgang messbar wird, ist das der erste Hinweis in unserer Auswertung, dass anhaltender Frühjahrsfang in einem begrenzten Gebiet etwas bewirken kann.

Zur Vorsicht gehört: Es ist eine Selbstauskunft der Gemeinde, keine unabhängige Untersuchung, und ein einzelnes Jahr kann witterungsbedingt schwanken. Der ökologische Preis von 6.000 gefangenen Königinnen ist zudem der Beifang, der in keiner der Meldungen genannt wird.

Limburg: ein Nest in einer Stunde

Am 23. Juli meldete die VRT, Limburger Imker spürten die Art mit Sendern auf: „Binnen het uur het nest gevonden" — das Nest binnen einer Stunde gefunden.

Damit hat die Sendertelemetrie in diesem Jahr den Weg von der Forschung in die ehrenamtliche Praxis genommen. Eine Stunde ist der entscheidende Vergleichswert: Klassisches Verfolgen der Flugrichtung an einer Zuckerquelle dauert je nach Gelände einen halben bis mehrere Tage.

Am 22. Juli schrieb Tubantia, die alten Fallen funktionierten nicht mehr und erklärte, was jetzt zu tun sei. Die Gemeente Moerdijk schickte laut Omroep Brabant und ZuidWest TV am 23. und 25. Juli ein Suchteam aktiv auf Nestsuche, Halderberge meldete mehr Nester als im Vorjahr, und in Vlaardingen und Schiedam wurden laut Twee Freiwillige für die Nestsuche gesucht. NH Nieuws berichtete am 24. Juli von mindestens acht Angriffen und nannte das besorgniserregend.

Verfahren zur Nestortung im Überblick

„Track not trample"

Am 23. Juli rief die BBC die Bewohner von Guernsey auf, die Tiere zu verfolgen statt zu zertreten. Einen Tag zuvor hatte Island FM eine Rekordzahl gefangener Königinnen auf Guernsey gemeldet.

Die Formel „track not trample" bringt auf den Punkt, was Science et vie im Juni umständlicher formuliert hatte: Ein totes Tier verrät nichts. Ein verfolgtes führt zum Nest.

In Frankreich meldeten die Services de l'État dans l'Eure am 20. Juli den Start des nationalen Plans in ihrem Département. Ouest-France berichtete am 23. Juli aus Locmiquélic, dort werde „ohne Verschmutzung und ohne Gefahr für die Bienen" mit natürlichen Mitteln vorgegangen. dna.fr zog am 24. Juli Bilanz eines erfolgreichen Frühjahrsfangs im Villétal, maCommune.info wies auf die Förderung in Bourgogne-Franche-Comté hin. Aus Imperia meldete Riviera Time am 21. Juli Hunderte Einsätze des Zivilschutzes.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit695
davon in Deutschland62
Veränderung zur Vorwoche+23 Prozent (566)
Presseberichte ausgewertet37 aus 6 Ländern
eigene Nutzermeldungen0

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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