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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 20

Die ersten eigenen Meldungen — und Le Monde schreibt: „Es wird ein großes Jahr"

Wochenrückblick 11. bis 17. Mai 2026 (KW 20)

In dieser Woche kamen die ersten vier Meldungen von Nutzerinnen und Nutzern über unsere eigene Karte herein. Gleichzeitig erreichte das Thema die große deutsche und französische Presse: DIE ZEIT berichtete über die Ausbreitung in Hessen, der SWR über selbstgebaute Fallen, und Le Monde zitierte die Einschätzung, die Erwärmung begünstige die Art — es werde ein großes Jahr. Aus dem Elsass kam eine Rekordfangzahl, und eine französische Redaktion prüfte, ob der Bienenfresser gegen die Hornisse helfen kann.

Teil 1 — Die Woche

Die ersten vier eigenen Meldungen

Zum ersten Mal verzeichnet unsere Datenbank in einer Woche Meldungen, die von Nutzerinnen und Nutzern über diese Seite und die App eingereicht wurden: vier Stück.

Vier ist wenig, gemessen an den 553 Sichtungen dieser Woche aus GBIF und iNaturalist. Aber es ist ein anderer Datentyp. Meldungen aus Beobachtungsplattformen entstehen dort, wo jemand ohnehin Naturbeobachtungen einträgt — überwiegend in den Niederlanden, Belgien und Frankreich, wo diese Kultur verbreitet ist. Eine Meldung von einem Bienenstand entsteht dort, wo jemand ein Problem hat.

Sichtung melden

Hessen, Baden-Württemberg: die deutsche Presse steigt ein

Am 15. Mai berichtete DIE ZEIT darüber, wie sich die Asiatische Hornisse in Hessen weiter ausbreitet. Einen Tag später zeigte der SWR, wie im Kampf gegen die Art mit selbstgebastelten Fallen gearbeitet wird.

Es sind die ersten Beiträge überregionaler deutscher Medien in unserer Auswertung dieses Jahres — nach bienen&natur im März und dem WDR Anfang Mai. Die Reihenfolge ist aufschlussreich: erst die Fachpresse, dann der regionale Rundfunk, dann die überregionalen Titel.

Zum Thema selbstgebaute Fallen gehört der Vorbehalt, der in dieser Berichterstattung fast immer fehlt: Eine Flasche mit süßem Lockstoff fängt alles, was Zucker sucht. Eine portugiesische Untersuchung vom März hatte gemessen, dass in gewöhnlichen Köderfallen über 98,5 Prozent der Fänge andere Insekten sind — und dass eine besser konstruierte Bauart den Beifang um 96 Prozent senken kann. Wer selbst baut, entscheidet mit der Bauart, ob er der Insektenwelt hilft oder schadet. Mehrere Landesstellen raten vom unselektiven Fangen ausdrücklich ab.

Was im Frühjahr am Bienenstand beobachtet wird

Le Monde: „Es wird ein großes Jahr"

Am 17. Mai schrieb Le Monde, der Frelon asiatique setze seine Ausbreitung in Frankreich fort, begünstigt durch die Erwärmung, und zitierte: „On voit que ça va être une große année" — man sehe, dass es ein großes Jahr werde.

Die Verknüpfung mit dem Klima ist fachlich gut belegt: Milde Winter erhöhen die Überlebensrate der überwinternden Gründerinnen, ein früher Frühling verlängert die Zeit, in der ein Volk wachsen kann. Beides zusammen entscheidet über die Zahl der Nester im Spätsommer.

Elsass: Rekordfang eines Imkers

Am 12. Mai meldete L'Alsace aus Saint-Amarin einen Rekordfang des Imkers Frédéric Koehl. Am 11. Mai hatte dna.fr über die Gemeinde Wingen-sur-Moder berichtet, die sich im Kampf engagiere.

Beide Orte liegen im Elsass, wo zwei Wochen zuvor der französische Umweltminister den Hilfsfonds über drei Millionen Euro eröffnet hatte.

Hilft der Bienenfresser?

Am 15. Mai ging ici.fr unter der Rubrik „Info ou intox" — Nachricht oder Falschmeldung — der Frage nach, ob der Europäische Bienenfresser (Merops apiaster) ein Mittel gegen die Asiatische Hornisse sei.

Die Frage passt zu einer Übersichtsarbeit, die zwei Wochen zuvor erschienen war: Eine koreanische Gruppe hatte 17 Räubergruppen zusammengetragen, die Vespa velutina nachweislich fressen — darunter Wespenbussard, Spechte und ein Dachs. Ihr Fazit war zurückhaltend: Die Wirkung der Räuber sei örtlich und von den Umständen abhängig.

Für den Bienenfresser gilt derselbe Vorbehalt in verschärfter Form. Er jagt fliegende Insekten im offenen Luftraum und ist dabei nicht wählerisch — er frisst auch Honigbienen, was ihn bei Imkern nicht beliebt macht. Ein Vogel, der gelegentlich eine Hornisse erbeutet, begrenzt keine Population. Wer auf natürliche Regulierung hofft, sollte die Zahlen der koreanischen Arbeit lesen.

Die niederländischen Gemeinden Rozendaal und Lochem stellten am 11. und 12. Mai Informationsseiten online.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit553
davon in Deutschland21
Veränderung zur Vorwochenicht ausweisbar
Presseberichte ausgewertet8 aus 3 Ländern
eigene Nutzermeldungen4 — die ersten überhaupt

Hinweis zur Datengrundlage: Die Vorwochen waren durch das Fehlen und die Rückkehr der GBIF-Daten verzerrt. Ein Vergleich mit ihnen ergibt keine belastbare Veränderung.

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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