In dieser Woche kam aus vier Ländern nahezu wortgleich dieselbe Aufforderung: Es sei Zeit, die Fallen aufzustellen. Gemeinden in Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien wandten sich an ihre Einwohner, der französische Imkerdachverband veröffentlichte ein Merkblatt. Parallel meldete England einen weiteren Erstnachweis. In unserer Datenbank stiegen die Sichtungen auf 707 — 67 davon in Deutschland, ein Plus von 64 Prozent.
Teil 1 — Die Woche
Der gleichzeitige Startschuss
Am 2. März schrieb die südfranzösische Gemeinde Oloron-Sainte-Marie: „Frelon asiatique: c'est le moment d'installer vos pièges" — jetzt ist der Moment, Ihre Fallen aufzustellen. Am 6. März rief die Ville de Genas bei Lyon: „Agissons dès le printemps" — handeln wir gleich im Frühjahr. Dazwischen, am 5. März, legte die Union nationale de l'apiculture française, der größte französische Imkerverband, ein praktisches Merkblatt zum Fangen vor.
Aus den Niederlanden bat die Gemeente De Bilt am 2. März um Mithilfe im Kampf gegen die „geelpoothoornaar" — und stellte den bisherigen Namen „Aziatische hoornaar" ausdrücklich in Klammern dahinter. Die niederländische Umbenennung zur Gelbfußhornisse folgt einer Linie, die auch im Englischen zu beobachten ist, wo sich „yellow-legged hornet" gegenüber „Asian hornet" durchsetzt: Ein Name, der ein Merkmal des Tieres beschreibt, statt einer Herkunftszuschreibung.
In Italien informierte die Stadt Lucca ihre Bürger über Erkennung und Meldung; antenna3.tv berichtete am 4. März darüber, La Nazione nannte es am 5. März ein „Vademecum" der Gemeinde. Und aus Katalonien meldete das Diari de Tarragona am 2. März, die Avispa asiática habe das Zentrum von Reus erreicht.
Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall. Anfang März verlassen die überwinterten Gründerinnen ihre Verstecke und suchen Zucker, bevor sie ein Primärnest anlegen. Wer sie abfangen will, hat dafür ein Zeitfenster von wenigen Wochen. Wie wirksam und wie selektiv dieses Vorgehen ist, war in derselben Woche Gegenstand der Forschung — dazu mehr im Wochenbericht der Folgewoche.
Was im Frühjahr am Bienenstand beobachtet wird
Doncaster und Basingstoke: die Insel meldet weiter
Am 2. März berichtete die Doncaster Free Press über eine Warnung, nachdem die Art zum ersten Mal in Doncaster in South Yorkshire gesichtet worden war — deutlich nördlicher als die bisherigen Schwerpunkte im Südosten Englands. Am 5. März schrieb die Basingstoke Gazette über eine Bedrohung Basingstokes durch Hornissen, die entlang der Autobahn M3 kämen.
Der Hinweis auf eine Autobahn verweist auf einen bekannten Ausbreitungsweg: Die Tiere legen einzelne Strecken nicht selbst zurück, sondern reisen in Fahrzeugen, Ladungen oder Pflanzentransporten mit. Deshalb tauchen Erstnachweise regelmäßig an Verkehrsachsen und in Hafen- oder Gewerbegebieten auf, nicht in gleichmäßigen Ringen um bestehende Vorkommen.
Ein Beitrag, der zum Nichttöten rät
Futura veröffentlichte am 7. März einen Beitrag unter der Überschrift, man solle „diese Asiatische Hornisse niemals töten". Was genau dahintersteht, geht aus der Überschrift nicht hervor.
Sachlich festzuhalten ist, dass es in Europa zwei große Hornissenarten gibt: die eingeschleppte Vespa velutina und die heimische Vespa crabro, die Europäische Hornisse. Letztere ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt; sie zu töten oder ihre Nester zu zerstören, ist ohne Ausnahmegenehmigung verboten. Verwechslungen sind der häufigste Grund, aus dem heimische Nester zerstört werden — die sichere Unterscheidung ist deshalb der erste Schritt jeder Meldung.
Beide Arten sicher unterscheiden
707 Sichtungen, 67 in Deutschland
Der dritte deutliche Anstieg in Folge. Mit 67 deutschen Sichtungen erreicht der nationale Anteil den höchsten Wert des Jahres bis zu diesem Zeitpunkt. Die absolute Zahl bleibt gegenüber Frankreich, Spanien und Portugal klein, die Richtung ist jedoch eindeutig.
Zur Live-Karte der europäischen Sichtungen
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 707 |
| davon in Deutschland | 67 |
| Veränderung zur Vorwoche | +64 Prozent (431) |
| Presseberichte ausgewertet | 10 aus 5 Ländern |
| eigene Nutzermeldungen | 0 |
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.