Die erste Fachveröffentlichung des Jahres zum Thema Fallen beantwortet die Frage, die Imker jedes Frühjahr stellen: Welches Modell fängt die Asiatische Hornisse und lässt die anderen Insekten in Ruhe? Ein spanisch-italienisches Team hat fünf Kombinationen aus Falle und Köder im Herbst 2024 vermessen. Aus Portugal kommt die nächste Jahresbilanz.
Teil 1 — Die Woche
Am 14. Januar meldete die Agência de Informação Norte, in Mealhada seien im Jahr 2025 insgesamt 290 Nester beseitigt worden. Mealhada liegt zwischen Coimbra und Aveiro, in der Region, aus der später im Jahr jene Untersuchung zu Bienenkrankheiten in Hornissennestern kam.
Unsere Datenbank verzeichnet 355 Sichtungen, 37 davon in Deutschland.
Teil 2 — Aus der Forschung
Fünf Fallen, zwei Länder, ein klares Ergebnis
Camilla Pedrelli, Marco Pietropaoli, Stefano Palomba, Carlos Marín Barcaiztegui und Maria Shantal Rodríguez Flores: „Performances of Selective Mechanical Traps for Autumn Control of the Invasive Asian Hornet Vespa velutina nigrithorax in Western and Southern Europe". Applied Sciences, 15. Januar 2026. DOI 10.3390/app16020889 — frei zugänglich.
Die Arbeit geht von einer Feststellung aus, die den ganzen Jahresverlauf bestimmt hat: Fallen sind einfacher, billiger und ohne Insektizid einsetzbar — aber sie sind meist wenig wirksam und wenig selektiv. Deshalb wurden im Herbst 2024 in Spanien und Italien fünf Kombinationen handelsüblicher mechanischer Fallen mit je einem selbstgemachten und einem gekauften Köder geprüft.
Zwei Ergebnisse stechen heraus.
Zur Wirksamkeit: Die tägliche Fangrate lag in Italien bei 0,19 Tieren je Falle, in Spanien bei 1,82 — fast das Zehnfache. Zwischen den fünf Kombinationen gab es deutliche Unterschiede; am wirksamsten war die VelutinaTrap in Verbindung mit einem selbstgemachten Köder aus Zucker, Hefe und Wasser. Betrachtete man allein die Bauart, blieb dieselbe Falle vorn. Zwischen den Ködertypen fand sich dagegen kein belastbarer Unterschied — die Bauart entscheidet, nicht der Köder.
Zur Selektivität: Alle geprüften Fallen schnitten gegenüber der Honigbiene gut ab. Bei der heimischen Europäischen Hornisse Vespa crabro war die VelutinaTrap mit selbstgemachtem Köder deutlich überlegen.
Die Autoren schließen mit der Feststellung, dass weitere Forschung nötig sei — sowohl zu wirksameren Fallen als auch zu den Umweltfaktoren, die erklären, warum dieselbe Kombination in verschiedenen Gegenden und Jahreszeiten unterschiedlich gut anzieht.
Was das für uns heißt: Drei Punkte für die Praxis.
Erstens: Es kommt auf die Bauart an, nicht auf den Köder. Wer eine Plastikflasche mit Zuckerwasser aufhängt, hat die schlechteste aller Optionen — unabhängig davon, was er hineinfüllt.
Zweitens: Der Zehnfach-Unterschied zwischen Italien und Spanien zeigt, dass Fangzahlen aus einer Region nicht auf eine andere übertragbar sind. Wer in Deutschland Erfolge nach spanischem Vorbild erwartet, wird enttäuscht — und wer aus geringen Fangzahlen auf geringen Befall schließt, irrt womöglich.
Drittens: Selektivität ist messbar und unterscheidet sich erheblich. Der Schutz der heimischen Vespa crabro ist dabei kein Nebenaspekt — sie ist in Deutschland besonders geschützt, und eine Falle, die sie tötet, ist rechtlich wie fachlich das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war.
Zwei Monate später maß eine portugiesische Gruppe, dass in gewöhnlichen Köderfallen über 98,5 Prozent der Fänge andere Insekten sind. Beide Arbeiten zusammen ergeben denselben Rat: nicht irgendeine Falle, sondern eine geprüfte — oder gar keine.
Was am Bienenstand beobachtet wird
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 355 |
| davon in Deutschland | 37 |
| Veränderung zur Vorwoche | nicht ausweisbar |
| Presseberichte ausgewertet | 1 |
| Fachveröffentlichungen | 1 |
| eigene Nutzermeldungen | 0 |
Hinweis zur Datengrundlage: Die GBIF-Datenreihe für 2026 hat gerade erst begonnen. Vergleiche mit den Vorwochen sind in den ersten Januarwochen nicht belastbar.
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Fachveröffentlichungen über Crossref und OpenAlex. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.