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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 31

„Nicht mehr auszurotten" — Frankreich zieht eine Zwischenbilanz

Wochenrückblick 27. Juli bis 2. August 2026 (KW 31)

Zwei französische Redaktionen fassen in dieser Woche in Worte, was sich seit Monaten abzeichnet: Die Art gilt als nicht mehr ausrottbar, der Kampf beginne auf nationaler Ebene erst. In den Niederlanden läuft die Nestsuche mit Minisendern nun im Fernsehen zur besten Zeit, auf Mallorca meldet man Erfolge durch Bürgerbeteiligung, und in Norfolk wird ein weiterer britischer Fund bestätigt.

Teil 1 — Die Woche

Frankreich: „impossible à éradiquer"

Am 29. Juli schrieb France 3 Régions, Imker und Forscher organisierten sich angesichts einer invasiven Art, die „nunmehr unmöglich auszurotten" sei. Am selben Tag titelte Sud Ouest, auf nationaler Ebene fange der Kampf gerade erst an.

Beide Sätze zusammen beschreiben den Stand nach zweiundzwanzig Jahren. Tilgung ist in Frankreich keine Option mehr — das war sie schon lange nicht, wird jetzt aber offen gesagt. Was bleibt, ist Schadensbegrenzung: Bienenstände schützen, ertragreiche Nester finden, Menschen aufklären. Der nationale Plan vom Frühjahr und die drei Millionen Euro sind Ausdruck dieser veränderten Zielsetzung.

Moselle TV nannte die Art am 28. Juli schlicht „eine Plage für die Imker".

Für Deutschland ist diese Zwischenbilanz die eigentliche Nachricht der Woche. Sie beschreibt den Zustand, den ein Land erreicht, wenn zwanzig Jahre vergehen — und sie beantwortet die Frage, was zu tun ist, solange die Bestände noch dünn sind.

Die Niederlande: Minisender zur besten Sendezeit

Am 2. August zeigte Hart van Nederland, wie Freiwillige mit Minisendern Nester aufspüren; KIJK wiederholte den Beitrag in der Spätausgabe.

Damit ist die Telemetrie in vier Monaten von der Fachmeldung zur Fernsehnachricht geworden: Im März suchten Bienenzuchtvereine in Gelderland noch mit einer Drohne, im Juli fanden Limburger Imker ein Nest binnen einer Stunde, jetzt läuft das Verfahren im landesweiten Fernsehen.

Parallel dazu die Meldungen aus der Fläche: Rijnmond berichtete am 28. Juli, Schiedamer Imker hätten das erste Nest entfernt und erwarteten viele weitere. Omroep P&M meldete am 29. Juli über 800 gefangene Königinnen, L1 Nieuws am 31. Juli Hunderte gefangene Tiere und den nächsten Schritt. In Purmerend wurde laut AD.nl und rodi.nl ein Nest entdeckt, in Leidschendam-Voorburg breite sich die Art weiter aus, und rund um Zwolle sei sie laut RTV Focus an Dutzenden Stellen gesehen worden. amstelveensnieuwsblad.nl führte die erhöhte Aktivität am 31. Juli auf das warme Sommerwetter zurück.

Verfahren zur Nestortung im Überblick

Mallorca: Erfolg durch Bürgerbeteiligung

Am 28. Juli meldete der Diario de Mallorca, die Balearen festigten ihren Erfolg im Kampf gegen die Avispa asiática dank der Mitwirkung der Bürger.

Die Meldung ist mit der Arbeit zu lesen, die zwei Wochen zuvor erschienen war: Von 1.329 spanischen Bürgermeldungen aus acht Jahren trafen 29,3 Prozent zu, bei Nestmeldungen 65,4 Prozent. Bürgerbeteiligung wirkt — aber nur mit einer Prüfstufe dahinter. Die Balearen haben beides.

Am selben Tag fragte OkDiario, wie sich die Art über Europa ausgebreitet habe, und verwies auf ein Detail, das Wissenschaftler nicht berücksichtigt hätten.

Norfolk und die deutsche Lage

Am 27. Juli bestätigte EDP24 einen Fund in einem Dorf in Norfolk — an der englischen Ostküste, weit von den bisherigen Schwerpunkten im Südosten.

In Deutschland meldete der WDR am 27. Juli, die Art rücke immer näher. Am 2. August berichtete Euronews, sie sei in Deutschland entdeckt worden — eine Meldung für ein europäisches Publikum, die den deutschen Stand aufgreift, nachdem in der Vorwoche Brandenburg, Fürth, Bamberg und Fellbach gemeldet hatten.

In Italien schlug Il Corriere di Alba Bra am 1. August Alarm für Narzole im Piemont.

Zur Frage der Aggressivität

Am 31. Juli zitierte El Economista den Allergologen David González de Olano: „Die Avispa asiática ist angriffslustig, und wenn sie sich bedroht fühlt, wird sie stechen." Am 2. August erklärte 20Minutos, woran man erkennt, ob man allergisch ist, und wie man sofort reagiert.

Hier lohnt die Genauigkeit. Angriffslustig ist die Art in Nestnähe — dort verteidigt sie wie jede staatenbildende Faltenwespe. Am Bienenstand oder an einer Zuckerquelle ist sie mit ihrer Beute beschäftigt und nicht auf Menschen aus. Die spanische Auswertung amtlicher Sterbedaten fand keine Zunahme tödlicher Verläufe seit Ankunft der Art. Für Allergiker gilt unverändert das, was für alle Hymenopterenstiche gilt: Notfallset dabeihaben und ärztlichen Rat einholen.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit777
davon in Deutschland24
Veränderung zur Vorwoche+12 Prozent (695)
Presseberichte ausgewertet21 aus 6 Ländern
eigene Nutzermeldungen1

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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