Die asturische Stadt Gijón meldet in dieser Woche die höchste Fangzahl, die uns in diesem Jahr aus Europa untergekommen ist: fast 4.000 Königinnen in einer Saison. In Niedersachsen berichtet der NDR über einen Schwerpunkt in Lingen und darüber, wie dort vorgegangen wird. In Frankreich übernimmt ein Gemeindeverbund die Nestbeseitigung auch auf Privatgrundstücken.
Teil 1 — Die Woche
Gijón: fast 4.000 Königinnen
Am 8. Juli meldeten La Voz de Asturias und LNE übereinstimmend einen Rekord: Gijón hat knapp 4.000 Königinnen gefangen. LNE fügte die Rechnung hinzu, damit sei die Vermehrung von „Millionen" neuer Tiere verhindert worden.
Diese Rechnung verdient eine Einordnung. Sie unterstellt, dass jede gefangene Gründerin ein vollständiges Volk aufgebaut hätte. Die koreanische Energiebilanz-Untersuchung vom April zeigt, dass das nicht zutrifft: Viele Völker bleiben unter der Schwelle, ab der sie überhaupt Jungköniginnen hervorbringen. Die tatsächlich verhinderte Zahl liegt deshalb weit unter der hochgerechneten.
Was die Zahl dennoch aussagt: In Gijón sind sehr viele Gründerinnen unterwegs. Im Juni waren es nach der Mai-Bilanz 1.200; auf die ganze Saison gerechnet fast 4.000. Das ist die Größenordnung eines vollständig etablierten Befallsgebiets.
Der ungenannte Preis bleibt der Beifang. Bei einer unselektiven Bauart entfallen auf jede gefangene Hornisse nach der portugiesischen Messung rund 65 andere Insekten.
Lingen: ein deutscher Schwerpunkt
Am 8. Juli veröffentlichte der NDR zwei Beiträge. Der eine erklärte, woran die sich ausbreitende Asiatische Hornisse zu erkennen ist und was zu tun ist. Der andere berichtete aus Lingen im Emsland, das als „Hotspot" bezeichnet wird, und zeigte, wie Schädlingsbekämpfer dort vorgehen.
Lingen liegt nahe der niederländischen Grenze. Die Ausbreitung nach Deutschland verläuft auf zwei Wegen: von Südwesten über das Oberrheingebiet und von Nordwesten über die niederländische Grenze. Der zweite Weg ist der jüngere und derzeit dynamischere — passend dazu, dass die Provinz Utrecht im März die vollständige Tilgung aufgegeben hat.
Beide Hornissenarten sicher unterscheiden
Frankreich: auch Privatgrundstücke
Am 10. Juli meldete La Commère 43, der Gemeindeverbund der Sucs finanziere die Zerstörung von Nestern auch auf Privatgelände.
Das ist der praktisch entscheidende Punkt. Der weit überwiegende Teil der Nester steht auf privatem Grund — in Gärten, an Hausdächern, in Hecken. Eine Förderung, die nur öffentliche Flächen umfasst, erreicht nur einen Bruchteil.
Die Departements Haute-Garonne und die Gemeinde Réalmont veröffentlichten am 6. und 11. Juli ihre Handreichungen.
„Sie kann andere zu Hilfe rufen"
Am 6. Juli zitierte ABC den Hausarzt José Luis Jiménez mit dem Hinweis, die Avispa asiática könne andere zum Angriff rufen. Castilla-La Mancha Media schrieb am 8. Juli über die Gefahren für die Artenvielfalt.
Das Alarmverhalten trifft auf staatenbildende Faltenwespen allgemein zu und ist keine Besonderheit dieser Art: Wird das Nest bedroht, setzen Wachtiere Alarmstoffe frei. Praktisch bedeutet das nur eines — Abstand zum Nest halten und die Entfernung Fachleuten überlassen. In den Niederlanden warnten Imker laut RTV Midden Holland am 12. Juli vor der Art.
Zur Zahl dieser Woche
432 Sichtungen europaweit, aber nur 11 in Deutschland — der niedrigste deutsche Wert seit Februar. Der Kontrast zur Berichterstattung ist auffällig: In derselben Woche berichtet der NDR zweimal. Die Erklärung liegt in der Herkunft der Daten: Der Großteil unserer Sichtungen stammt aus Beobachtungsplattformen, die in Deutschland weniger verbreitet sind als in den Niederlanden oder Belgien. Was in Lingen tatsächlich vorgeht, bildet unsere Karte deshalb nur unvollständig ab.
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 432 |
| davon in Deutschland | 11 |
| Veränderung zur Vorwoche | −3 Prozent (446) |
| Presseberichte ausgewertet | 10 aus 4 Ländern |
| eigene Nutzermeldungen | 1 |
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.