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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 23

Beide Kanaren-Nester sind weg — und die spanischen Imker rechnen mit 65 Prozent Verlust

Wochenrückblick 1. bis 7. Juni 2026 (KW 23)

Zwei Wochen nach dem Erstnachweis auf Gran Canaria sind beide gefundenen Nester beseitigt. Gleichzeitig legen spanische Imkerverbände eine Zahl vor, die den wirtschaftlichen Kern des Themas benennt: Bis zu 65 Prozent der Honigernte stünden auf dem Spiel, wenn nicht dringend gehandelt werde. In Irland entsteht ein neues Verfolgungssystem, in Lothringen finanziert eine Stadt die Nestbeseitigung.

Teil 1 — Die Woche

Las Palmas: die Nester sind entfernt

Am 6. Juni meldeten Canarias7 und elDiario.es, das Nest im Instituto Isabel de España sei durch die Umweltbehörde entfernt worden; Fachleute hätten das einzige in Las Palmas de Gran Canaria verbliebene Nest beseitigt.

Damit ist der erste Abschnitt abgeschlossen: gefunden, bestätigt, entfernt — innerhalb von gut zwei Wochen. Ob damit die Ansiedlung verhindert wurde, entscheidet sich allerdings erst im Herbst. Ein Volk bringt erst am Ende der Saison Jungköniginnen hervor; wurden beide Nester vor diesem Zeitpunkt beseitigt, ist die Kette unterbrochen. Übersehene Nester würden im September Königinnen entlassen, die im Frühjahr 2027 auffliegen.

Am 5. Juni meldete der Diario de Avisos Alarm auf Teneriffa wegen der möglichen Ankunft der Art. Der Weg von Insel zu Insel ist kurz — der Fährverkehr zwischen den Kanaren ist dicht.

65 Prozent der Honigernte

Am 2. Juni schrieb der Diari de Tarragona, die Avispa asiática bedrohe 65 Prozent der Honigproduktion. Am 4. Juni griff agronewscastillayleon.com die Zahl auf: Die Imker rechneten mit Verlusten von bis zu 65 Prozent, wenn nicht dringend gehandelt werde. Am 2. Juni hatte El Espejo Canario den Verband ApiGranca mit der Einschätzung zitiert, die Art wäre „die schlimmste Krise" für die kanarische Imkerei.

Solche Zahlen sind Prognosen von Verbänden, keine gemessenen Werte, und sie beschreiben ein Szenario ohne Gegenmaßnahmen. Ihre Bedeutung liegt woanders: Sie übersetzen ein ökologisches Thema in die Sprache, in der über Haushaltsmittel entschieden wird. Der Bogen zu den drei Millionen Euro in Frankreich und den 300 Euro in Nordrhein-Westfalen ist damit geschlagen.

Am 6. Juni meldete La COMARCA aus Alcañiz, es seien inzwischen 150 Tiere gefangen worden — nach 62 im April.

Irland baut ein Verfolgungssystem

Am 7. Juni berichtete Agriland über ein neues System zur Verfolgung der Asiatischen Hornisse in Irland. Irland gehört mit Großbritannien zu den Ländern, die auf vollständige Tilgung setzen und dafür jeden Fund nachverfolgen.

In den Niederlanden eröffneten laut De Gelderlander und Studio Rheden am 4. und 5. Juni Meldestellen im Veluwezoom. Rijnmond zitierte am 5. Juni Imker, die mit Lockstoff in Fallen vorgehen: „Hij eet al onze bijen op" — er frisst alle unsere Bienen.

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Lothringen: Sarreguemines finanziert die Beseitigung

Am 6. Juni meldete Le Republicain-Lorrain, die Stadt Sarreguemines finanziere die Zerstörung der Nester. Am 4. Juni hatte dasselbe Blatt über eine Kampagne in Longuyon berichtet. L'Écho Républicain schrieb am 3. Juni, auch in Eure-et-Loir organisiere sich der Kampf, Midi Libre am 4. Juni über Engagierte.

Sarreguemines liegt unmittelbar an der Grenze zum Saarland. Wer die deutsche Lage in zwei Jahren verstehen will, schaut auf Lothringen heute.

„Fallen ja oder nein?"

Am 5. Juni stellte ici.fr die Frage, die diesen Frühling durchzieht: Soll man Fallen aufstellen, und was ist beim Fund eines Nests richtig?

Die Frage ist berechtigt, seit im März gemessen wurde, dass in gewöhnlichen Köderfallen über 98,5 Prozent der Fänge andere Insekten sind. Am 2. Juni meldete Brasil 247 aus Portugal, in Aragão werde mit recycelter Flasche, Wasser und Zucker gefangen — über hundert Königinnen nahe dem Fluss. Genau diese Bauart ist die unselektivste, die es gibt.

greenMe stellte am 6. Juni einen „einfachen Trick mit der Brotpapiertüte" vor, um die Tiere von Haus und Garten fernzuhalten. Der Gedanke dahinter ist bekannt: Eine aufgehängte Tüte soll ein fremdes Nest vortäuschen. Belastbare Wirksamkeitsnachweise für Vespa velutina sind uns nicht bekannt.

Großbritannien erwartet einen Ansturm

The Independent fragte am 1. Juni, warum das Vereinigte Königreich vor einer Invasion stehen könnte; Open Magazine schrieb am 2. Juni, das Land wappne sich, während die Hitzewelle die Sorge befeuere. The Connexion fragte am selben Tag, ob 2026 in Frankreich Rekordzahlen bringe.

Zur Zahl dieser Woche

304 Sichtungen europaweit, 14 in Deutschland — deutlich unter der Vorwoche. Anfang Juni liegt eine natürliche Lücke: Die Gründerinnen fliegen nicht mehr, die erste Arbeiterinnengeneration ist noch klein. Erst wenn die Völker wachsen, steigen die Zahlen wieder. Eine Meldung kam in dieser Woche über unsere eigene Karte herein.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit304
davon in Deutschland14
Veränderung zur Vorwoche−76 Prozent (1.272)
Presseberichte ausgewertet21 aus 6 Ländern
eigene Nutzermeldungen1

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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