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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 21

Die Kanaren melden ihr erstes Nest — und eine Studie räumt mit der Todesangst auf

Wochenrückblick 18. bis 24. Mai 2026 (KW 21)

Fünfzehn der zwanzig spanischen Berichte dieser Woche drehen sich um zwei Nachrichten, die am selben Tag durch die Medien gingen. Auf Gran Canaria wurde zum ersten Mal ein Nest der Asiatischen Hornisse gefunden — mit 93 Tieren, in einem Stadtgebiet von Las Palmas. Und eine Untersuchung der Universität der Balearen räumt mit der Annahme auf, die Ausbreitung habe zu mehr Todesfällen durch Stiche geführt. Aus Deutschland meldete sich der SWR mit einem Hinweis zum Zeitpunkt der Nestentfernung.

Teil 1 — Die Woche

Gran Canaria: der erste Nachweis auf den Kanaren

Am 21. Mai meldeten elDiario.es, 20Minutos, Atlántico Hoy und InfonorteDigital übereinstimmend, auf den Kanaren sei zum ersten Mal ein Nest der Avispa asiática gefunden worden; die Regierung der Kanaren bestätigte den Nachweis. Am Tag darauf präzisierte Infobae die Zahl: ein Nest mit 93 Exemplaren. EcoAvant.com ergänzte, der Fund liege in einem städtischen Gebiet von Gran Canaria. Radio Televisión Canaria meldete, Ausdehnung und Entwicklungsstand würden untersucht.

Der Fund ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens sind die Kanaren eine Inselgruppe im Atlantik, rund 1.000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt — die Art kann diese Strecke nicht aus eigener Kraft zurücklegen. Sie muss mit Fracht gekommen sein, wie schon 2004 nach Frankreich, vermutlich in Pflanzenlieferungen oder Ladung.

Zweitens sind Inseln die einzigen Orte, an denen eine vollständige Tilgung realistisch bleibt. Die begrenzte Fläche und die fehlende Zuwanderung aus dem Umland machen den Unterschied — vorausgesetzt, es wird früh und konsequent gehandelt. Genau das lief in dieser Woche an: Am 23. Mai berichtete Canarias7 über Hausfallen und Suchaktionen in ganz Las Palmas. Der Imkerverband ApiGranca gab laut InfonorteDigital am 21. Mai ein Rundschreiben an seine Mitglieder heraus, und Canarias7 zitierte die Imker von Gran Canaria mit den Worten, dies sei „eine der ernstesten Alarmmeldungen".

Auch die englischsprachige Presse Spaniens griff den Fund auf: La Voz Canaria am 21. Mai, Murcia Today am 22. Mai.

Sichtung melden

Die Studie zur Sterblichkeit erreicht die Öffentlichkeit

Am 19. Mai berichtete der Diario de Mallorca, eine Untersuchung der Universität der Balearen schließe einen Anstieg der Sterblichkeit durch Stiche der Avispa asiática in Spanien aus. EFE Verde verbreitete die Meldung am 20. Mai, Canarias7 am 22. Mai.

Es ist dieselbe Arbeit, über die wir im Wochenbericht der Kalenderwoche 11 berichtet haben: Cayetano Herrera und Mar Leza haben die amtlich bescheinigten Todesfälle durch Hymenopterenstiche über mehrere Jahrzehnte ausgewertet und fanden keine Veränderung in dem Zeitraum, in dem sich die Art etablierte. Zwischen Veröffentlichung im Fachblatt und Ankunft in der Tagespresse lagen zehn Wochen.

Dass die Meldung ausgerechnet in derselben Woche läuft wie der Erstnachweis auf den Kanaren, ist ein Zufall mit Nutzen. Die Autoren hatten in ihrer Arbeit ausdrücklich eine „akkurate öffentliche Kommunikation" angemahnt — nun steht die nüchterne Zahl neben der Schlagzeile. Bezeichnenderweise nannte antena3.com die Art am selben Tag im Titel die „Mörderwespe".

Für Bienenvölker bleibt die Art ein ernstes Problem. Für Menschen ohne Insektengiftallergie ist nach dieser Auswertung keine messbare Zunahme tödlicher Verläufe belegt.

SWR: warum jetzt die Nester entfernt werden sollten

Am 18. Mai erklärte der SWR, warum jetzt Nester entfernt werden sollten. Der Zeitpunkt hat einen fachlichen Grund: Im Mai steht das Primärnest, das eine einzelne Gründerin angelegt hat und in dem die erste Arbeiterinnengeneration heranwächst. Es ist klein, hängt niedrig und geschützt — unter Dachvorsprüngen, in Schuppen, Hecken, Carports — und lässt sich mit geringem Aufwand entfernen. Ab Juni zieht das Volk in ein Sekundärnest im Kronenraum um; dann braucht es eine Hubarbeitsbühne.

Die Stadt Neuss stellte am 19. Mai eine Informationsseite mit dem vollständigen wissenschaftlichen Namen Vespa velutina nigrithorax online.

Wie ein Nest aufgebaut ist und wann es sichtbar wird

Studenten arbeiten an klügeren Fallen

Am 21. Mai berichtete Omroep Brabant, niederländische Studenten suchten nach einer „klugen Waffe" gegen die vorrückende Aziatische hoornaar. Am 23. Mai stellte greenMe eine von französischen Studenten entworfene Falle vor und fragte, ob künstliche Intelligenz den Bienen helfen könne, sich zu verteidigen.

Hinter beiden Ansätzen steht dieselbe Erkenntnis, die eine portugiesische Untersuchung im März in Zahlen gefasst hat: Eine Falle, die alles fängt, ist keine Lösung. Wenn ein Gerät die Art erkennt und nur sie zurückhält, entfällt der Beifang. Ob solche Geräte robust und bezahlbar genug für den Feldeinsatz werden, ist die offene Frage.

„Ein reines Jägerverhalten"

Am 19. Mai zitierte La Provence einen Forscher mit der Beschreibung, die Art besitze „ein reines Jägerverhalten, ein echter Fleischfresser". Die Formulierung trifft eine Eigenheit, die den Unterschied zur heimischen Hornisse ausmacht: Vespa velutina steht im Rüttelflug vor dem Flugloch und greift heimkehrende Sammlerinnen im Flug — ein Verhalten, das europäische Bienenvölker nicht kennen und gegen das sie keine eingespielte Abwehr haben.

Aus Portugal meldete Central Press am 21. Mai, Mangualde habe rund 500 Nester zerstört, um den Imkereisektor zu schützen. Die Gemeente Moerdijk bat am 18. Mai um Meldungen, und tvsvizzera.it berichtete am 22. Mai, das Misox in Graubünden erhöhe die Wachsamkeit.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit1.763
davon in Deutschland65
Veränderung zur Vorwoche+219 Prozent (553)
Presseberichte ausgewertet25 aus 6 Ländern
eigene Nutzermeldungen0

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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