Die Frühjahrsbilanzen liegen vor, und eine katalanische Kleinstadt liefert die Zahl der Woche: 280 gefangene Königinnen in zehn Tagen. In Burgund übernimmt eine Gemeinde die Kosten der Nestentfernung vollständig, das Baskenland stellt eine Meldeplattform bereit, und der Schweizer Kanton Jura passt seine Strategie an. Aus Italien kommen drei Berichte über einen einzigen Informationsabend — ein Hinweis darauf, wie klein die Schritte am Anfang sind.
Teil 1 — Die Woche
Valls: 280 Königinnen in zehn Tagen
Am 6. Mai meldete der Diari de Tarragona, die katalanische Stadt Valls habe binnen zehn Tagen 280 Königinnen gefangen — ein Bremsen der Avispa asiática.
Die Zahl gehört eingeordnet. Jede gefangene Gründerin hätte im günstigen Fall ein Volk aufgebaut, das am Ende der Saison Hunderte Jungköniginnen hervorbringt. Nach der koreanischen Energiebilanz-Untersuchung, die zwei Wochen zuvor erschien, erreichen allerdings längst nicht alle Völker diese Größe — viele bleiben unter der Schwelle, ab der sie überhaupt Nachkommen produzieren. Der Nutzen des Frühjahrsfangs hängt deshalb daran, wie viele der gefangenen Tiere tatsächlich ein ertragreiches Volk gegründet hätten.
Dem steht der Beifang gegenüber: In gewöhnlichen Köderfallen sind über 98,5 Prozent der Fänge andere Insekten. Wer 280 Königinnen fängt, hat je nach Bauart ein Vielfaches an Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen mitgefangen. Die Frage ist nicht, ob gefangen wird, sondern womit.
Am 4. Mai berichtete der Diario del Alto Aragón über die Sorge wegen der Ausbreitung in der Provinz Huesca, am 7. Mai meldete O Mirante für das portugiesische Vila Franca de Xira mehr als 60 Sichtungen seit März.
Auxonne übernimmt die Kosten vollständig
Am 6. Mai meldete Le Bien Public, die burgundische Stadt Auxonne übernehme die Zerstörung der Nester ab sofort zu 100 Prozent.
Damit gibt es in unserer Auswertung inzwischen vier Modelle nebeneinander: Luxemburg zahlt bis zu 300 Euro, die Stadt Luxemburg übernimmt ganz, der Main-Tauber-Kreis fördert, Nordrhein-Westfalen vergütet das Auffinden, und Auxonne trägt die volle Beseitigung. Was alle eint, ist die Einsicht, dass ein Nest gemeldet werden muss, bevor es beseitigt werden kann — und dass niemand meldet, was ihn anschließend Geld kostet.
Das Baskenland baut eine Plattform
Am 9. Mai berichteten Sud Ouest und Passion Aquitaine über dasselbe Vorhaben: eine Plattform, über die im französischen Baskenland Nester zur Zerstörung gemeldet werden können. Passion Aquitaine fragte, ob die Lösung für ganz Frankreich von dort kommen könnte.
Eine Woche zuvor war in Portugal vespas.pt vorgestellt worden, ebenfalls eine Meldeplattform. Beide Vorhaben beantworten dieselbe Frage: Wie kommt die Information vom Bürger, der etwas sieht, zu der Stelle, die etwas tun kann?
Der Kanton Jura passt seine Strategie an
Am 8. Mai teilte die République et Canton du Jura mit, die Strategie zur Bekämpfung sei überarbeitet und angepasst worden. Der Jura grenzt unmittelbar an Frankreich; die Schweiz steht damit dort, wo Deutschland vor wenigen Jahren stand.
Maccagno: drei Berichte über einen Abend
Aus dem norditalienischen Maccagno con Pino e Veddasca am Lago Maggiore berichteten VareseNews am 7. Mai, malpensa24 am 8. Mai und Luino Notizie am 10. Mai — über eine einzige Veranstaltung im örtlichen Seniorenzentrum.
Das ist kein Übergewicht der Berichterstattung, sondern ein Bild davon, wie Aufklärung tatsächlich abläuft: nicht über Kampagnen, sondern über Abende in Gemeindesälen, bei denen dreißig Leute sitzen. Unione Monregalese schrieb am 4. Mai aus dem Piemont, die Invasion schreite voran und die Nester nähmen zu.
ladepeche.fr meldete am 5. Mai eine Konferenz mit Werkstatt in Le Montat bei Cahors, die Gemeente Kerkrade stellte am 8. Mai eine Informationsseite online.
Zur Zahl dieser Woche
Unsere Datenbank weist 1.467 Sichtungen aus, 51 davon in Deutschland. Nach zwei Wochen ohne GBIF-Daten liegen sie nun wieder vor — der Vergleich mit der Vorwoche ergibt deshalb keinen Anstieg der Sichtungen, sondern nur die Rückkehr einer Datenquelle. Wir weisen ihn nicht aus.
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 1.467 |
| davon in Deutschland | 51 |
| Veränderung zur Vorwoche | nicht ausweisbar |
| Presseberichte ausgewertet | 13 aus 5 Ländern |
| eigene Nutzermeldungen | 0 |
Hinweis zur Datengrundlage: In den beiden Vorwochen fehlten die Meldungen von GBIF. Ihre Rückkehr in dieser Woche hebt die Zahl an, ohne dass mehr Tiere unterwegs wären. Ein Vergleich mit der Vorwoche wäre deshalb irreführend.
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.