Zwei niederländische Entscheidungen prägen diese Woche, und beide sind grundsätzlicher Art. Am 17. April heißt die Art in den Niederlanden offiziell nicht mehr „Aziatische hoornaar", sondern „geelpoothoornaar" — Gelbfußhornisse. Einen Tag zuvor hatte eine Provinz die Bekämpfung mit den Worten aufgegeben, sie sei da und sie bleibe. Aus Deutschland meldet unsere Datenbank mit 357 Sichtungen den höchsten Wochenwert des Jahres.
Teil 1 — Die Woche
Ein neuer Name gegen die Verwechslung
Am 17. April berichteten NOS, NU.nl, Nature Today und Omroep Zeeland übereinstimmend: Die Aziatische hoornaar heiße von nun an geelpoothoornaar, um Verwirrung zu vermeiden.
Die Begründung liegt im Namen selbst. „Asiatische Hornisse" beschreibt eine Herkunft, kein Tier. Wer den Namen hört, hat kein Merkmal, an dem er das Tier erkennen könnte — und in Europa fliegt eine zweite große Hornissenart, die heimische und geschützte Europäische Hornisse Vespa crabro. Wer nur weiß, dass die eine „asiatisch" ist, entscheidet im Zweifel nach Gefühl.
Der neue Name benennt dagegen das zuverlässigste Feldmerkmal: die gelben Beinenden. Vespa velutina hat gelb abgesetzte Beine, Vespa crabro nicht. Dazu kommen der überwiegend dunkle Hinterleib mit einem einzelnen orangefarbenen Band und die geringere Größe.
Im Englischen hat sich „yellow-legged hornet" bereits weitgehend durchgesetzt, im Französischen steht „frelon à pattes jaunes" neben dem älteren „frelon asiatique". Im Deutschen ist „Asiatische Hornisse" weiterhin die verbreitete Bezeichnung; der amtliche deutsche Name lautet ebenfalls so. Ob sich das ändert, ist offen — der Nutzen eines merkmalsbeschreibenden Namens ist jedenfalls kein sprachpolitischer, sondern ein handfest praktischer.
Beide Hornissenarten sicher unterscheiden
„Sie ist da und sie bleibt"
Am 16. April meldete RTV Utrecht unter der Überschrift „Hij is er en hij blijft", die Provinz gebe die Bekämpfung auf. Damit ist der Schritt vollzogen, der sich fünf Wochen zuvor angekündigt hatte, als Utrecht von der vollständigen Tilgung auf ein „gerichtetes Vorgehen" umstellte.
Zugleich lief die Bürgerbeteiligung weiter: NH Gooi meldete am 13. April eine „Opsporingsweek", eine Suchwoche gegen das Vordringen der Art. RTV Utrecht berichtete am 15. April über kostenlose Fallen und zitierte eine Bewertung mit „echt sehr gut". In Zoetermeer lief laut Zoetermeer Actief ein Versuch.
Am 19. April setzte die Sendung Vroege Vogels von bnnvara.nl einen Kontrapunkt: Der Kampf gegen die Aziatische hoornaar sei schädlich für die Biodiversität. Der Beitrag fällt sechs Wochen nach jener portugiesischen Untersuchung, die in gewöhnlichen Köderfallen über 98,5 Prozent Beifang gemessen hatte.
Die niederländische Woche zeigt damit die drei Fragen, die sich jedes Land nacheinander stellt: Können wir sie ausrotten? Wenn nein, was schützen wir dann? Und richtet das Mittel mehr Schaden an als der Schädling?
Großbritannien und Irland: Überwachung wird ausgeweitet
Am 15. April erklärte das nordirische Department of Agriculture, Environment and Rural Affairs, die Überwachung beginne in Dundonald bei Belfast, und rief zur Wachsamkeit auf; The Irish News meldete die Wiederaufnahme der Suche in Nordirland zur Verhinderung neuer Nester. Am selben Tag erklärte der Daily Echo Southampton zum Hochrisikogebiet für Nester.
Southampton ist der zweitgrößte Containerhafen des Vereinigten Königreichs. Die Einstufung folgt derselben Logik wie die Autobahnmeldung aus Basingstoke sechs Wochen zuvor: Wo Güter ankommen, kommen Tiere mit.
The Connexion erklärte am 14. April, wo sich die Hornissen in französischen Häusern gern verstecken.
Ein neuer Fressfeind?
Am 15. April meldete ici.fr, eine spanische Studie habe einen neuen Fressfeind des Frelon asiatique aufgezeigt. Welche Art gemeint ist und wie belastbar der Befund ist, geht aus der Meldung nicht hervor; die zugrunde liegende Arbeit lag in dieser Woche in den Literaturdatenbanken nicht vor.
Festzuhalten ist die Erwartung, die sich an solche Meldungen knüpft. Ein natürlicher Gegenspieler wäre die kostengünstigste Form der Regulierung — deshalb finden entsprechende Beobachtungen viel Aufmerksamkeit. Ob ein gelegentlicher Beutegreifer eine Population begrenzen kann, ist eine ganz andere Frage als die, ob er sie gelegentlich frisst.
Frankreich, Spanien, Italien, Portugal
RCF Radio berichtete am 15. April, in Lothringen mobilisierten die Gemeinden und starteten Fangkampagnen; metz.fr kündigte am 16. April einen Vortrag an. Aus Alcañiz in Aragonien meldeten La COMARCA und heraldo.es am 17. April übereinstimmend 62 gefangene Königinnen binnen eines Monats am Ufer des Guadalope.
In Italien kündigte die Provincia Lucca am 17. April eine abgestimmte Strategie mehrerer Behörden an, und Toscana Chianti Ambiente meldete am 18. April, die Region Toskana investiere auch 2026 — die Bestätigung jener Zusage, die im Februar gegeben worden war.
Aus Portugal kamen vier Meldungen: Correio de Sintra über verstärkte Anstrengungen des Zivilschutzes in Sintra, das Município de Arganil über 340 im Jahr 2025 beseitigte Nester, die Câmara Municipal de Silves mit einer Bürgerinformation und Algarve Marafado mit dem Befund, die Vespa asiática greife im Barlavento, dem Westalgarve, stärker an.
Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 1.943 |
| davon in Deutschland | 357 |
| Veränderung zur Vorwoche | −12 Prozent (2.211) |
| Presseberichte ausgewertet | 28 aus 6 Ländern |
| eigene Nutzermeldungen | 0 |
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.