Acht von neun Presseberichten dieser Woche kamen aus Italien, und sie erzählen zusammen eine einzige Geschichte: Die Region Toskana hat die Bilanz ihres Bekämpfungsprogramms vorgelegt, einen Managementplan beraten und die Fortführung der Mittel für 2026 zugesagt. Aus Ligurien wurde die Entfernung eines außergewöhnlich großen Nests gemeldet, aus der Vendée eine koordinierte Aktion. Unsere Datenbank verzeichnet 241 Sichtungen, ein Anstieg um 44 Prozent gegenüber der Vorwoche — der erste deutliche Sprung des Jahres.
Teil 1 — Die Woche
Toskana: aus einem Programm wird ein Plan
Der Vorgang begann am 17. Februar mit einer Tagung. Die Federazione Italiana della Caccia, der italienische Jagdverband, kündigte eine Konferenz zum Managementplan für die Vespa velutina im Rahmen der Regelungen über invasive gebietsfremde Arten an. Am Tag darauf berichteten gleich drei Redaktionen über deren Ergebnisse.
intoscana meldete unter der Überschrift „Ergebnisse und neue Strategien" die Auswertung des bisherigen Vorgehens und zitierte in einem zweiten Beitrag den zuständigen Regionalrat Marras mit der Zusage, die Region werde „auch 2026 Mittel und Werkzeuge garantieren". LivornoToday gab dieselbe Zusage wieder. NoiTV nannte am selben Tag die Zahl, um die es geht: 1.300 zerstörte Nester — und ergänzte, die Gefahr bestehe fort.
Am 19. Februar ordnete VersiliaPost die Lage aus Sicht der Imkerei ein: Die Provinzen Lucca und Massa-Carrara seien am stärksten betroffen. Beide liegen im Nordwesten der Toskana, unmittelbar an Ligurien angrenzend — also an jenem Landstrich, über den die Art von Frankreich her nach Italien vorgedrungen ist.
Die Abfolge ist aufschlussreich: erst die Fachtagung, dann die politische Zusage, dann die Zahl, zuletzt die Betroffenenperspektive. Eine Region, die 1.300 Nester in einer Saison beseitigt, verwaltet keinen Ausnahmezustand mehr, sondern eine Daueraufgabe.
Was ein Nest ist und wie es entfernt wird
Nozarego: ein Rekordnest und ein geretteter Olivenbaum
Am 16. Februar berichtete La Voce di Genova aus Nozarego, einem Ortsteil von Santa Margherita Ligure an der ligurischen Küste, über die Entfernung eines Nests, das die Redaktion als Rekord bezeichnet; ein Olivenbaum sei dabei gerettet worden. GenovaToday griff die Meldung am 17. Februar auf und sprach von einem „enormen" Nest.
Februar ist die Zeit, in der solche Funde gemacht werden. Die Bäume sind kahl, die Nester dadurch weithin sichtbar, und die Völker sind abgestorben — die Entfernung ist zu diesem Zeitpunkt eine Aufräumarbeit, keine Gefahrenabwehr. Dass dabei ein Olivenbaum erwähnt wird, hat einen praktischen Grund: Sekundärnester können mehrere Kilogramm wiegen und Äste dauerhaft schädigen.
Vendée: Koordination statt Einzelaktion
Der einzige französische Beitrag der Woche stammt vom Conseil départemental de la Vendée, der am 18. Februar eine koordinierte Aktion zum Aufhalten des Frelon asiatique ankündigte. Die Vendée an der Atlantikküste gehört zu den seit über einem Jahrzehnt befallenen Départements.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Mitte bis Ende Februar beginnt in Westfrankreich die Phase, in der die überwinterten Gründerinnen ihre Verstecke verlassen. Wer koordiniert vorgehen will, muss vorher aufgestellt sein — die Ankündigung fällt also nicht zufällig in diese Woche.
Der Anstieg um 44 Prozent
241 Sichtungen europaweit, 24 davon in Deutschland: Das ist gegenüber der Vorwoche mit 167 Meldungen ein Plus von 44 Prozent. Der Wert markiert den Übergang vom Winterminimum zur Frühjahrsphase. Ob er sich fortsetzt, entscheidet sich in den kommenden Wochen mit der Witterung — die Aktivität der Gründerinnen hängt unmittelbar an der Temperatur.
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Die Woche in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
| Sichtungen europaweit | 241 |
| davon in Deutschland | 24 |
| Veränderung zur Vorwoche | +44 Prozent (167) |
| Presseberichte ausgewertet | 9 aus 2 Ländern |
| eigene Nutzermeldungen | 0 |
Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.