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Wochenrückblick · 2026, Kalenderwoche 04

Wales findet sein erstes Nest — und die Bilanzen des Vorjahres werden gezogen

Wochenrückblick 19. bis 25. Januar 2026 (KW 4)

Im tiefsten Winter, wenn die Völker längst abgestorben sind und die kahlen Bäume ihre Nester preisgeben, hat Wales seinen ersten Nestfund gemeldet. Fünf britische Redaktionen berichteten am selben Tag darüber, die Regierung gab eine Warnung heraus. Aus Kent kam die Nachricht von einer Rekordzahl beseitigter Nester, aus Portugal und Italien die Jahresbilanzen. Unsere Datenbank verzeichnet in dieser Woche 289 Sichtungen, 19 davon in Deutschland — ein jahreszeitlich normaler Rückgang um 19 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Teil 1 — Die Woche

Wrexham: der erste Nestfund in Wales

Am 20. Januar meldeten BBC, Sky News, ITV News, The Independent und North Wales Live binnen weniger Stunden dieselbe Nachricht: In der Nähe von Wrexham im Nordosten von Wales wurde das erste Nest der Asiatischen Hornisse auf walisischem Boden entdeckt. Die BBC berichtet von einer Warnung der Regierung, die an den Fund anschloss.

Die Häufung der Berichte an einem einzigen Tag ist bemerkenswert und sagt etwas über den Stellenwert aus, den das Thema auf der Insel inzwischen hat. Großbritannien verfolgt seit Jahren eine Strategie der vollständigen Tilgung: Jeder gemeldete Fund wird nachverfolgt, jedes gefundene Nest beseitigt. Ein Erstnachweis in einer bislang unberührten Landesteil ist in dieser Logik keine Randnotiz, sondern der Beginn einer Suchaktion.

Zum Zeitpunkt eines Januarfunds ist ein Nest in aller Regel nicht mehr besetzt — die Arbeiterinnen sterben im Spätherbst, allein die begatteten Jungköniginnen überwintern versteckt und einzeln. Der Fund ist deshalb weniger ein akutes Ereignis als ein Beleg dafür, dass im Vorjahr an dieser Stelle ein Volk herangewachsen ist.

Wie ein Nest aufgebaut ist und wann es sichtbar wird

Kent: Rekordzahl zerstörter Nester

Am 23. Januar berichtete Kent Live über eine Warnung, die an eine Rekordzahl beseitigter Nester in der Grafschaft Kent anschließt. Kent liegt der französischen Küste am nächsten und ist seit Jahren der britische Landkreis mit den meisten Nachweisen — die kurze Distanz über den Ärmelkanal macht ihn zur Eintrittspforte.

Zwei Tage zuvor, am 22. Januar, veröffentlichte Yahoo News UK eine Karte der britischen Sichtungen. Solche Karten leisten für die Öffentlichkeit dasselbe wie für uns die Sichtungsdatenbank: Sie machen aus Einzelmeldungen ein Bild.

Zur Live-Karte der europäischen Sichtungen

Ligurien und die Toskana: „Problem unterschätzt"

Aus Italien kamen in dieser Woche zwei Beiträge, die den politischen Umgang mit der Art betreffen. GenovaToday berichtete am 21. Januar über eine Anfrage im Regionalparlament Liguriens unter dem Titel „Problema sottovalutato" — ein unterschätztes Problem. Einen Tag später erklärte NoiTV aus Lucca, was zu tun ist, wenn man ein Nest entdeckt; die Redaktion spricht von Alarm in der Stadt.

Ligurien und die Toskana sind die am längsten befallenen Regionen Italiens. Dass dort im Januar über Zuständigkeiten und Mittel gestritten wird, während in Wales gerade das erste Nest gefunden wurde, zeigt den Abstand zwischen den Befallsstufen in Europa.

Vila Verde: 638 Nester in einem Jahr

Die konkreteste Zahl der Woche kommt aus Portugal. e24.pt meldete am 21. Januar, der Zivilschutz der Gemeinde Vila Verde im Distrikt Braga habe im Jahr 2025 insgesamt 638 Nester zerstört.

Vila Verde hat rund 46.000 Einwohner. Die Zahl steht damit für eine Größenordnung, die in Deutschland derzeit nirgends erreicht wird, und sie beschreibt eine Region, in der die Beseitigung von Nestern eine Regelaufgabe des kommunalen Zivilschutzes geworden ist — nicht mehr ein Ereignis, sondern ein Betrieb.

Was diese Woche zusammenhält

Vier Länder, vier Stadien derselben Entwicklung: Wales am Anfang mit dem ersten Nest, Kent im Zustand jährlich steigender Zahlen, Ligurien im Streit über die Mittel, Vila Verde in der Routine des Zivilschutzes. Der Januar ist die Zeit, in der diese Unterschiede sichtbar werden, weil im Winter niemand über akute Funde berichtet, sondern jeder über das vergangene Jahr Rechenschaft ablegt.

Die Woche in Zahlen

KennzahlWert
Sichtungen europaweit289
davon in Deutschland19
Veränderung zur Vorwoche−19 Prozent (355)
Presseberichte ausgewertet10 aus 3 Ländern
eigene Nutzermeldungen0

Quellen: eigene Sichtungsdatenbank (Stand der jeweiligen Woche), GBIF, iNaturalist und Observation.org sowie öffentlich zugängliche Nachrichtenquellen in sieben Sprachen. Verlinkt und zitiert wird jeweils das Original; wir geben wieder, was dort berichtet wurde.

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